Borreliose – Infektion durch Zecken Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung, etwa jede fünfte Zecke hat die Bakterien. Diese Infektion führt daher viel häufiger zu Erkrankungen als eine Infek-tion mit FSME-Viren. Borre-liose verläuft in drei Stadien: Die Haut um die Bissstelle ist leicht gerötet, diese Rötung wächst und wandert. Nach wenigen Wochen verschwindet diese Hauterscheinung. Im zweiten Stadium wird bei 10 bis 15% der Fälle das zentrale Nervensystem befallen. Ischiasschmerzen, Hirnhautentzündungen, Lähmungen der Gehirnnerven (z. B. Gesichtsnerv, Sehnerv) entstehen. Oder es kommt zu Herzrhythmusstörungen durch Erkrankung des sensiblen Reizleitungssystems des Herzens. Nach Monaten oder sogar Jahren kann das dritte Stadium mit typischen schmerzhaften Entzündungen verschiedener Gelenke oder Gehirnentzündungen auftreten. In der Folge kann es zu psychischen Störungen (Wahnvorstellungen), aber auch zu Hautveränderungen kommen.
Wichtigste Maßnahme bei Zeckenbiss ist die rasche Entfernung der Zecke, ohne sie zu zerdrücken oder zu enthaupten. Ich stranguliere die Zecke mit einem einfachen Fadenknoten und drehe sie ein paar Mal im Kreis, bis sie loslässt. So rasch wie möglich ein Antibiotikum einnehmen (10 Tage) ist die sicherste Vermeidung übler Komplikationen. Der Antikörpernachweis im Blut ist erst nach vier Wochen sinnvoll.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach.