Am 24. Juni 2002 wird in Berlin bekanntgegeben, welches Spiel heuer die Auszeichnung Spiel des Jahres erhält. Wenn man den Vorschuss-Lorbeeren trauen darf, die in der Spieleszene kursieren, hat die besten Aussichten das bei alea erschienene „Puerto Rico“. Alea ist das Spieleprogramm von Ravensburger für Vielspieler. Die beiden anderen nominierten Spiele sind „Trans America“ (Winning Moves) und „Villa Paletti“ (Zoch). Puerto Rico ist ein sehr komplexes Spiel mit ausführlicher Beschreibung, der es aber gelingt, ins Spiel sehr übersichtlich und gar nicht anstrengend zu führen. Wer die Mühe des Einlesens auf sich nimmt, wird mit einem sehr reizvollen Spiel um die Besiedlungs- und Handelsgeschehnisse in der Kolonialzeit belohnt. Der Zugspieler gibt die Rolle vor, die in der jeweiligen Runde alle einzunehmen haben, ihnen aber jeweils unterschiedlich gelegen sind (Siedler, Händler, Bürgermeister...). Trans America ist ein Strecken-Legespiel und Villa Paletti ein Geschicklichkeitsspiel. Während die beiden letztgenannten Spiele schon auch für jüngere Spieler geeignet sind, ist Puerto Rico wahrscheinlich wirklich erst ab zwölf Jahren ein Spiel, das Freude macht.
Puerto Rico, Andreas Seyfarth, alea Verlag, 3 – 5 Spieler, ab 12 Jahren, 2 Stunden Spieldauer, E 30,–Trans America, Franz Benno Delonge, Winning Moves, 2 – 6, ab 8, E 15,– Villa Paletti, Bill Payne, Zoch, 2 – 4, ab 8, E 30,–