„Wir haben es kommen sehen, dass das schief geht. Aber sie hat unsere Warnungen in den Wind geschlagen!“, sagt Hanni über ihre Tochter. Es gehört zum Schwers-ten, wenn man – durch eigene Lebenserfahrung klüger geworden – sein geliebtes Kind in sein Unglück rennen sieht.
Das beginnt bei Kleinigkeiten im Kindesalter und bekommt später andere Dimensionen, etwa bei der Berufs-, Wohnsitz- oder Partnerwahl.
Wenn überhaupt, kann man vorsichtig und diplomatisch – versteht sich – seine Meinung äußern. Denn, liebe Mit-Eltern: Die Jungen haben das Recht auf eigene Fehler, und dieses Recht exekutieren sie – wie Eltern aus leidvoller Erfahrung wissen – manchmal stur, da können sich die anderen auf den Kopf stellen.
Ein Trost ist: Wir können unserer Erziehung vertrauen, deren Ziel es war, selbstständige, mündige Menschen zu erziehen. Wenn es tatsächlich schief geht, dann können wir wiederum darauf vertrauen, dass Kraft und Energie da ist, das Unvermeidliche durchzustehen.
Völlig unsympathisch machen sich Altvordere, wenn sie nun rechthaberisch darauf beharren: „Ätschepetsch, hab ich dir’s nicht gleich gesagt, warum hast nicht auf mich gehört!“ Hanni hingegen öffnet die Arme weit und sagt: „Pack ma’s, wir stehen zu dir!“
Dies ist Leben pur und Eltern-Leben sowieso. So „groß“ können Kinder gar nicht werden . . .