Graz. Für wenig sinnvoll hält Caritas-Präsident Franz Küberl die Absicht der EU, nur noch jenen Ländern Entwicklungshilfe zu geben, die etwas gegen die Auswanderung ihrer Bürger bzw. gegen das Schlepperwesen unternehmen. Das könnte genau das Gegenteil bewirken, befürchtet Küberl: „Durch die Vergrößerung der Armut in den ,bestraften Ländern‘ könnten noch mehr Menschen zum Weggehen gezwungen werden.“ Küberl fordert stattdessen eine Aufstockung der Entwicklungshilfe (derzeit EU-weit bei 0,3%) – vor allem für die ärmsten Länder – und eine entschlossenere Menschenrechtspolitik.
- Mehr Vielfalt in der Kirche
Hamburg. Angesichts der wachsenden Vielfalt an Weltanschauungen dürfe sich die Kirche nicht in Abschottung und Fundamentalismus zurückziehen, warnte der Präsident des Pästlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper. Die Kirche müsse auch lernen, mit der zunehmenden Vielfalt an Lebensstilen, Frömmigkeitsformen und Theologien in ihren eigenen Reihen zu leben und dürfe nicht versuchen, sie durch „letztlich hilflose disziplinäre Maßnahmen zu unterdrücken“. Das bedeute nicht, so Kasper, dass grundlegende religiöse Aussagen aufgegeben oder der Beliebigkeit überlassen werden dürften.
- Orden und Erfindermut
Vatikan. Zu einem „Neubeginn in Christus“ (so der Titel) ruft der Vatikan in einer neuen Instruktion die Orden auf. Der prophetische Lebensstil der Orden und ihre Tradition, an den Brennpunkten der Gesellschaft und Kirche tätig zu werden, erfordere angesichts der neuen Herausforderungen eine „neue Phantasie der Liebe“ sowie Unternehmungsgeist und Erfindermut, der aus den geistlichen Wurzeln schöpft.