Im „Stelzhamer-Jahr 2002“ lebt Franz Stelzhamer und seine Region auf
Ausgabe: 2002/25, Stelzhamer, Dicher,
18.06.2002
- Elisabeth Leitner
Dem Heimatdichter kommt man heuer nicht aus. Stelzhamer hat das vorausgesehen: „Wann i lang nimma bi, Geht nuh´s Gfragat um mi“, lautet eine Verszeile aus dem Gedicht „Prävenienz“.
Stelzhamers Verdienst wird in literarischer Sicht darin gesehen, dass er den Dialekt zu einer Kunstsprache formte, Mundart als Sprachmaterial für Dichtung einsetzte. Der Dichter aus OÖ beschreibt menschliches Scheitern, Verzweifeln, Hoffen, Lieben, den Kampf ums tägliche Überleben treffend und unmittelbar. Seine Beobachtungsgabe und die Analyse der gesellschaftlichen Entwicklungen – egal ob am Land oder in der Stadt – ist geradezu verblüffend.Es wundert nicht, dass man im Innviertel besonders stolz ist auf den Dichter des „Hoamatgsang“, der 1802 in Großpiesenham in der Gemeinde Pramet geboren wurde.
Ein Stelzhamer-Kulturweg und ein „Müderl-Weg“ laden in Pramet ein, des Dichters Spuren in der Natur zu verfolgen. Das für den Schuleinsatz gedachte Stelzhamer-Video „Licht und Schatten“ gestaltete der Rieder Hauptschullehrer Freimut Rosenauer. Mit vielen Helfern hat Rosenauer im Frühjahr auch eine Stelzhamer-Ausstellung organisiert, die im Pfarrheim zu sehen ist. Schwerpunkt legte Rosenauer auf jene Menschen bzw. Umstände, die Stelzhamer besonders inspiriert haben: die Mutter, die Natur, die Biedermeierzeit – und die Frauen bzw. Freunde. Glanzstücke der feinen, aber kleinen Ausstellung sind Erstausgaben aus dem Jahr 1837. Für Kinder gibt es Stelzhamer-Puzzles, ein Quizspiel sowie Infos aus dem Internet.
Die Ausstellung ist bis 29. 11. geöffnet: am Sa., So. und Feiertag von 14 bis 17 Uhr. Anmeldung während der Woche unter Tel. 07754/84 50 erbeten. Internet: www.stelzhamer.at.tf