Als ob es um diese Zeit nicht hell genug wäre, zünden Menschen zur Zeit der Sonnenwende auch noch Feuer an. Es kann gar nicht hell genug sein.Sonnwendfeuer, Johannisfeuer, Petersfeuer. Kein elektrisches Licht, kein Scheinwerfer könnte so herrliches, stimmungsgeladenes Licht erzeugen wie es die funkensprühenden Feuer in den Dörfern und auf den Bergen. Die Zeit der Sonnenwende ist von markanten „Lichtgestalten“ des Glaubens geprägt, deren Festtage begangen werden.Am längsten Tag im Jahr, dem 21. Juni, ist das Fest des heiligen Aloisius von Gonzaga. Bei der Pflege pestkranker Menschen hat er sich angesteckt und starb mit 23 Jahren. Der Heilige galt als Hoffnung des Jesuitenordens. Licht hat er Kranken gebracht, die kaum mehr Hoffnung auf Gesundung haben konnten. Andere liefen davon. Er suchte sie auf. Auch Tote in Würde zu bestatten, war Aloisius ein großes Anliegen.Auch Feste von „Zeitzeugen Jesu“ fallen in diese Tage. Johannes der Täufer (24. Juni) lenkte die Aufmerksamkeit seiner Zeitgenossen wie kein anderer hin auf Jesus – mit allen ihm zu Geboten stehenden Mitteln tat er es. Schon im Mutterleib „hüpft“ er vor Freude, als seine Mutter Elisabeth Maria begegnete, in deren Leib Jesus heranwuchs. Später tauft er Jesus am Jordan. Bei dieser Taufe wird Jesus als „Sohn Gottes“ geoffenbart.Es folgt das Fest des Petrus und Paulus am 29. Juni. Auch sie zählen zu den markanten Lichtgestalten der Zeit Jesu. So unterschiedlich sie von ihrem Wesen und Charakter her auch waren, so eint sie doch die gemeinsame Sache: Das Licht Jesu Christi soll weiterleuchten, selbst wenn er ans Kreuz geschlagen wurde.Nach der Sonnenwende werden die Tage kürzer. So mancher Schatten des Zweifels verdunkelt das Licht. Nebelschwaden ziehen den Himmel zu. Doch die Botschaft vom Licht, das mit Christus auf die Welt gekommen ist, strahlt weiter – und sei es als Traum in der Nacht. Matthäus Fellinger