Österreich gehörte zu jenen Ländern, die beim EU-Gipfel in Sevilla auch für die Anwendung wirtschaftlicher Sanktionen zur Eindämmung der Flüchtlingsströme nach Europa eingetreten sind. Vergeblich hatten Katholische Aktion, Caritas und Entwicklungsorganisationen im Vorfeld davor gewarnt, armen Ländern die Wirtschafts- und Entwicklungshilfe zu kürzen, weil sie zu wenig gegen Flüchtlingsströme unternähmen. Dadurch würden die ohnedies aussichtslose Lage der Menschen in diesen Regionen und der Druck zur Flucht weiter verschärft. Dass die Scharfmacherpolitik in Sevilla am Widerstand einer ganzen Reihe von EU-Ländern gescheitert ist, hält Caritas-Expertin Andrea Huber für ein Zeichen politischer Reife. Die Zahl der illegalen Einwanderer nach Europa hatn in den letzten Jahren kaum zugenommen, wohl aber die ausländerfeindlichen Populisten, die Druck machen.