Peter Paul Kaspar feiert am 30. Juni seinen 60. Geburtstag mit einem neuen Buch
Ausgabe: 2002/26, Buch, Peter Paul Kaspar, Buchbesprechung, Musik,
25.06.2002
- Elisabeth Leitner
Den Geschenkartikel zum Geburtstag liefert Prof. Peter Paul Kaspar gleich selbst: sein neuestes Opus „Ein grosser Gesang“. Ein Buch über Musik in Religion und Gottesdienst.
Somit steigert sich die Zahl der Buchveröffentlichungen auf 31. Sein erstes Buch kam 1973 heraus und trug den Titel „Meditationsgottesdienste“. Sein kürzlich veröffentlichtes „Opus magnum“ beschäftigt sich mit den Berührungspunkten von Musik und Religion von den Anfängen im Judentum und der Spätantike bis zur Moderne. Musik hat kultischen Charakter, ist religiösen Ursprungs. Bis ins 18. Jahrhundert war künstlerisches Schaffen – dies gilt auch für die Bildende Kunst – kirchlich geprägt. Erst danach hat sich die Kunst emanzipiert.
Kritisch analysiert Kaspar, der für seine treffsicheren Kommentare und markanten Predigten bekannt ist – in „Der grosse Gesang“ den heutigen Umgang mit Musik. Musik aus der Konserve ist zum „Instantfutter für den pflegeleichten Musikkonsumenten unserer Tage verkommen“, schreibt Kaspar im ersten Kapitel „Das Staunen in der Musik“. Und weiter: „Heutzutage gibt es viele Menschen, die Kirchen aufsuchen, um dort Stille zu finden. Die Gottesdienste meiden sie. Die Musik, die sie dort zu erwarten hätten, würde sie vielleicht eher an das Fegefeuer als den Himmerl erinnern“ – Musik als Geräuschkulisse bzw. Dekoration im Gottesdienst einzusetzen, davon hält Peter Paul Kaspar nichts.
Musik ist Liturgie
„Musik ist kein akustischer Schmuck der Liturgie, sondern ist selbst Liturgie“, gibt Kaspar zu bedenken. In seinen sonntäglichen Gottesdiensten in der Ursulinenkirche, die kirchlich Fernstehende, kritische Katholiken, „Pfarrflüchtlinge“ und jene anziehen, die einfach hin und wieder einen Gottesdienst in besonderer Atmosphäre feiern wollen, spielt Musik eine wichtige Rolle. Musik und Religion – Kaspar verknüpft beides in seiner Person.
1942 ist er in Wien geboren. Sein Vater gehörte der schreibenden Zunft an und war lange Zeit Redakteur der Wiener Kirchenzeitung. In Wien und Innsbruck studierte Peter Paul Kaspar Musik und Theologie, 1966 wurde er zum Priester geweiht. Zunächst arbeitete er als Jugend- und Studentenseelsorger. Seit 1982 lebt er in Linz und übt hier folgende Tätigkeiten aus:
„P. P. K“ – wie er von Insidern genannt wird – ist Akademiker- und Künstlerseelsorger, Rektor der Ursulinenkirche und betreut dort die Kulturveranstaltungen. Er unterrichtet Religion im Akademischen Gymnasium in Linz und hält am Bruckner-Konservatorium Vorlesungen zum Thema „Musik und Religion“. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er auch als Organist und Cembalist gefragt und gibt Konzerte im In- und Ausland.
Anlässlich seines 60. Geburtstags wird am 26. Juni über den Dächern von Linz gefeiert und dabei das kürzlich erschiene Buch von Pen-Präsident Dr. Friedrich Ch. Zauner präsentiert. Befreundete Künstler werden diesen Abend gestalten: August Humer am Cembalo und Herbert Friedl mit seinen neuesten Arbeiten „Holzschnitte“. Für Schnellentschlossene: die Buchpräsentation beginnt um 20 Uhr im Bildungszentrum St. Magdalena, die Ausstellung läuft noch bis 26. Juli.