Die neue Rektorin der Katholisch-Theologischen Privatuniversität, Dr. Ilse Kögler, ist Professorin für Religionspädagogik und für Ausbildung der Studierenden zu Religionslehrer/innen verantwortlich.
Obwohl ihr Fach Religionspädagogik heißt, stellt Ilse Kögler vorweg klar, was sie nicht leisten kann: „Den Glauben kann man nicht machen – auch nicht durch die raffiniertesten pädagogischen Tricks. Religionsunterricht kann allenfalls den Glauben von Kindern und jungen Menschen zum Leben erwecken.“ Für Kögler ist die eigene Person das wichtigste „Handwerkszeug“ des/der Religionslehrers/in: „Religionslehrer/innen sind Menschen, die mit ihren Schülern in einen lebendigen Kommunikationsprozess über Leben und Glauben eintreten wollen.“
Die Universitätsprofessorin weiß, wovon sie spricht. Ab dem 3. Studienjahr unterrichtete sie Religion: Anfangs an der Knabenhauptschule, später elf Jahre am Bundesgymnasium in Mödling. Ihr heute unumstößliches Credo zum Religionsunterricht ist in den zweiten Klassenzügen der Hauptschule gewachsen: „Man muss die Menschen lieben, die man unterrichtet.“ Diese Erfahrung hat sie selbst als Jugendliche gemacht: Die unaufdringliche Art und die Gesprächsbereitschaft unseres Religionslehrers waren für mich prägend. Gleichzeitig bekennt sie schmunzelnd: „Ich schäme mich noch heute, im Unterricht nicht immer aufgepasst zu haben.“
Von Kindheit an spielt die Musik in Köglers Leben eine wichtige Rolle. Um im Wirtshaus der Eltern die Gäste unterhalten zu können, lernte sie Akkordeon und später Gitarre. Über die Liebe zur Musik fand sie auch das Thema ihrer Doktorarbeit: Als erste Theologin des deutschen Sprachraums beschäftigte sie sich wissenschaftlich mit der Bedeutung der Rockmusik für die Jugend. So kommt es, dass sie ihre Urlaube nützt, um in die Musikszenen einzutauchen. Pop, Punk, Rock, Techno, Heavy Metal – nichts ist ihr fremd. Besonders die Szene San Franciscos ist ihr ans Herz gewachsen. Und London: Die schönste Disco der Stadt ist für Kögler eine umgebaute – ehemalige – Kirche: „Wenn die Laserstrahlen über die Heiligendarstellungen an den Kirchewänden ziehen, denke ich mir zwar, dass die Heiligen diesen Lautstärke nicht verdient haben, aber der Raum hat eine einzigartige Atmosphäre.“
In der Disco finden Jugendliche Gemeinschaft und ekstatische Erlebnisse, die ihren Alltag aufbrechen. Sie spüren ihre Sehnsucht nach mehr. Auf der Basis dieser Erfahrungen kann ich mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen über das, was sie wirklich bewegt, so die Professorin für Religionspädagogik.
Gefragt nach dem, was ihr Leben trägt, antwortet Kögler: „Es ist die Erfahrung des unbedingten Angenommenseins, zu spüren, dass da jemand ist, der mich mag, wie ich bin.“