Der heutige Lebensrhythmus fordert uns Menschen viele Opfer ab. Wir steigern unser Arbeits- und Freizeittempo in Extremfällen bis zum Zusammenbruch, bis zur geistigen Verwirrung und bis zur inneren Entfremdung. Wir mühen uns häufig mit Problemen ab, unter denen wir zusammenbrechen, und verzweifeln vermehrt an unseren Lasten und Lastern. Als Folge davon brennt in uns die Sehnsucht nach Ruhe und Heilung, nach Menschen und Orten, die uns dabei unterstützen, unseren inneren Frieden wieder zu erlangen. Wer diese Sehnsucht in sich noch wahrnimmt, ist gerufen, sich auf den Weg zu machen, diese Erlösung zu finden.
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ Wer verbirgt sich hinter diesem Angebot? Jesus, der Sohn Gottes, ruft uns Hilfesuchende auf, von ihm zu lernen und ihm zu folgen. Er, von dem gesagt wird: „Er ist gerecht und hilft“ eröffnet uns diesen Weg. Gütig ruft er nach den Unmündigen, nach jenen Menschen, die in Not sind, sich selbst nicht mehr helfen können, die nicht verblendet von Macht, Reichtum oder Gesetzestreue sind. Jesus ruft jene Menschen, die Begleitung brauchen, die heilsame Gespräche benötigen oder Barmherzigkeit erhoffen.
Wenn wir sein Joch auf uns nehmen, dann werden wir Ruhe finden für unsere Seele. Was könnte er meinen mit „mein Joch“? Unser Leben sollte geprägt sein von Gottes Befreiungsbotschaft, die wir in die Realität umsetzen, Jesu Taten sollten unser Richtmaß sein, Jesu Tatkraft sollte unser Antrieb sein, Jesu Gottesliebe sollte unser Leben durchwirken.
Wenn wir uns ihm und seiner Menschlichkeit öffnen, dann werden wir Frieden in uns erfahren, dann wird die lebendige Kraft der schöpferischen Ruach, der Geistin in uns wirken. Sich Gott und der Kraft der Geistin zu öffnen kann befreien, wenn es auch nicht ohne die Bejahung der Last durch das Joch Jesu einhergeht. Jesus verspricht uns nicht, dass wir nie mehr Leid zu tragen hätten, aber seine Zusage gilt: „Mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.“
Im Vergleich zu den Belastungen durch gesellschaftliche Zwänge, von denen wir uns befreien sollten, um uns nicht selbst zu überfordern und zu kränken, ist das Joch Jesu leicht zu ertragen. Denn, wir dürfen darauf vertrauen, dass Jesus unser Leben mit all seinen Lasten mitträgt, wenn wir auf sein Angebot eingehen. Ergebnis dieser Annahme seines Vorbilds ist die Ruhe für die Seele, die tiefe Geborgenheit in Gott, eine innere Kraft, die hilft, dass Leben gelingt.