Der Papst und Kirchenlehrer Gregor der Große wäre auch heute ein guter Papst. Er war einer der großen Kirchenlehrer. Mit Ambrosius, Augustinus und Hieronymus gilt Gregor der Große zugleich als einer der vier Kirchenväter. Zwischen dem Jahr 590 und dem Jahr 604 war er Papst. Und er ist eine der markantesten Papstgestalten der ganzen Kirchengeschichte. Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht so gut: Papst Gregor litt zeit seines Lebens an einer schweren Magenkrankheit, die ihm zu schaffen machte. Die Grenzen des Lebens an sich selbst zu spüren, machte den aus wohlhabendem Haus stammenden Gregor empfindsam für Leid und Not anderer. Als er das Erbe seines verstorbenen Vaters antrat, machte er aus dem Palast ein Kloster. Als Papst ging es ihm später nicht darum, Reichtümer für die Kirche anzuhäufen, sondern die Reichtümer der Kirche vor allem für die Armen einzusetzen. Der Besitz der Kirche ist das „Eigentum der Armen“, soll er gesagt haben. So wandte er sich gegen die Ausbeutung der Armen. Und er ließ nicht nur seine Mitarbeiter für die Armen arbeiten, er ließ die Armen auch an sich selbst heran. Täglich lud er zwölf Arme Roms zum Essen ein. Der Steintisch, an dem dies geschah, steht noch heute in einer unscheinbaren Kapelle neben der Kirche San Gregorio Magno in Rom. Eine sozial engagierte Kirche, die auch die Mittel hat, wirksam helfen zu können. Das war eines der Anliegen Papst Gregors des Großen. Die Kirche feiert seinen Gedenktag nicht am Sterbetag Gregors, sondern am 3. September. Es ist der Tag, an dem er zum Bischof von Rom geweiht wurde und sein Pontifikat antrat. Mit diesem Tag begann eine gute Zeit für die Kirche. Knapp vor Beginn des neuen Schuljahres ist auch bemerkenswert: Gregor ist Patron der Schüler. Er gilt – neben seinem sozialen Engagement – auch als großer Gelehrter. Lehre und Handeln zu verknüpfen, das macht den Papst Gregor aus. Wissen und materielle Güter zum Einsatz zu bringen zum Wohl der Bedürftigen – das ist ein Impuls für die moderne Welt, in der oft nur das eigene Wohl im Vordergrund steht.