Die Mitglieder der Laienspielgruppe gaben das Stück „... oder die Okarinaspielerin“ von Hermann Hinterhölzl in der Schlosskirche in Götzendorf. Foto: Privat
Die Laienspielgruppe Götzendorf (Rohrbach) führte in der Schlosskirche ein ungewöhnliches Stück auf.
Das Publikum sitzt in den Bankreihen und wartet. Da tritt der Regisseur auf und bekundet, dass die Schauspieler nicht gekommen sind und es daher keine Aufführung gibt. Stimmen aus dem Publikum werden laut. Es war ein eigenartiger Theaterabend in Götzendorf. Aber: All das gehörte schon zum Stück.„Ich getrau mich zu sagen: Es ist ein Stück, wie es noch nicht da war“, meint der Autor und Regisseur Hermann Hinterhölzl. Es findet gleichzeitig auf zwei Ebenen statt: Auf der „Bühne“ im Altarraum werden Szenen mit alltäglichen menschlichen Problemen gespielt. Es geht um ungewollte Schwangerschaft, Probleme in der Partnerschaft, Behinderung, Krankheit und Tod. Den Aussagen in den dargestellten Szenen wird die „Okarinaspielerin“ gegenübergestellt. Der Grundgedanke des Stückes ist, dass es im Leben um mehr geht als um Selbstverwirklichung und Erfolg. Für die Schauspieler erforderte die Aufführung des Stückes großen Mut: Wie würde das Publikum auf solch sensible Themen und auf ein doch anstrengendes Stück reagieren? Doch die Aufnahme beim Publikum war ausgesprochen positiv.Die freiwilligen Spenden des Publikums übergaben die Schauspieler dem Götzendorfer Seelsorger Dominik Höglinger für die Renovierung der Kirchenfenster.