Zwar ist die längste Nacht des Jahres schon vorbei, doch bis die Tage wieder merklich länger werden, ist es noch lange hin. In antiken Kulturen war es mitunter üblich, am Abend das Licht in den brennenden Öllampen zu begrüßen. Mit dem Lichtdank (Luzernar) lebt dieser Brauch im Christentum weiter. Am Anfang eines abendlichen Gottesdienstes (Vorabendmesse, Vesper, Abendlob) wird dabei das Licht zur versammelten Gemeinde in den dunklen Kirchenraum getragen. Der Träger stellt die Kerze für alle sichtbar auf einen Leuchter, die Ministranten entzünden die anderen Kerzen in der Kirche. Es folgt der eigentliche Lichtdank, das Luzernar, das am Ambo vom Diakon oder Priester gesungen wird. Danach beginnt der Gottesdienst. Ein kleiner Behelf des Deutschen Liturgischen Institutes erläutert den Ablauf sowie die Elemente des Lichtdankes im Detail und bietet zwei unterschiedliche Melodien zu einem Text, der auf den Kirchenlehrer Hippolyt von Rom zurückgeht. Weiterführende Literatur wird ebenfalls geboten. Das Luzernar kann natürlich auch im Sommer gefeiert werden, doch gerade in den Monaten, in denen es früh dunkel wird, verdeutlicht es sehr klar, warum das Licht Symbol für Jesus Christus ist: „Und das Licht leuchtete in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ (Joh 1,5).
Das Heft „Luzernar“ ist im Behelfsdienst der Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, Tel.: 0732/76 10-38 10 um E 2,10 erhältlich.