Auf Einladung der Pfarre Pfarrkirchen und Pfarrer P. Wilhelm Hummer (2. von links) diskutierten sie über „Frauen in der Kirche – auch als Priesterinnen?“ (von rechts): Mag. Irmgard Lehner, Frauenbeauftragte der Diözese Linz, Franz Ackerl, PGR-Obmann von Bad Hall, P. Christian Haidinger (als Moderator), Dechant Dr. Johannes Enichlmayr, Sprecher des Linzer Priesterkreises, und Dr. Peter Hofer, Professor für Pastoraltheologie an der Katholisch - Theologischen Privatuniversität Linz (links).
Foto: Josef Wallner
Nein zur Frauenpriesterweihe. Für Rom ist die Sache klar, doch viele Christen würgen an dieser Entscheidung, wie bei einem Glaubensabend in der Pfarre Pfarrkirchen deutlich wurde.
„Ich würde mir wünschen, dass die Frauen in der Kirche einen Monat lang streiken. Dann würden wir alle spüren, wie viel sie tun“, rief P. Wilhelm Hummer – lächelnd und doch ernst gemeint – die Frauen zum Widerstand auf. Eine solche „Arbeitsniederlegung“ von Haupt- und Ehrenamtlichen würde zeigen, dass die Frauen tragende Säulen in der Kirche sind. An die 80 Männer und Frauen waren am 8. Jänner 2003 zum Glaubensabend der Pfarre gekommen, bei dem über „Frauen in der Kirche – auch als Priesterinnen?“ diskutiert wurde. Der 69-jährige Pfarrer und Benediktiner des Stiftes Kremsmünster ließ keinen Zweifel daran, dass Frauen als Priesterinnen eine Bereicherung für die Kirche wären.
Dem steht eine klare Entscheidung Papst Johannes Paul II. entgegen, wie Podiumsdiskutant Dechant Dr. Johannes Enichlmayr betonte. In einem apostolischen Schreiben vom Pfingstfest 1994 erklärt Papst Johannes Paul II., dass die Kirche keine Vollmacht habe Frauen die Priesterweihe zu spenden. Enichlmayr, Sprecher des konservativen Linzer Priesterkreises, erläutert dann ausführlich, „warum es derzeit nicht möglich ist und warum es schwierig wird in absehbarer Zeit Priesterinnen zu haben“: In der Person Christ könnten eben nur Männer handeln. Auf die Frage des Moderators P. Christian Haidinger, ob man aus seiner Wortmeldung nicht – entgegen der Aussage des Papstes – doch die grundsätzliche Möglichkeit der Weihe von Frauen heraushören könne, erklärte Enichlmayr: „Es ist schön, dass so viele Menschen gekommen sind und im Dialog sind, den ich nicht stören möchte. Ich will aber keine falschen Hoffnungen wecken: Auch ein neuer Papst wird daran nicht rütteln.“
Der Pastoraltheologe Univ.-Prof. Peter Hofer machte auf den Grad der Verbindlichkeit des Papstschreibens aufmerksam: Das apostolische Schreiben habe für Katholiken hohe Verbindlichkeit, ist aber keine unfehlbare Entscheidung. Ein künftiges Konzil oder ein neuer Papst wären dadurch nicht festgelegt. Dem Priestertum der Frau stehe die Offenbarung nicht entgegen, so Hofer, der sich damit der mehrheitlichen Meinung der Theologen anschließt. „Ich kann mir keine Zukunft der Kirche ohne Frauen vorstellen.“ Man solle aber nicht untätig weitere Klärungen der Ämterfrage abwarten, sondern „Frauendienste in der Kirche fördern und aufschreien, wenn diese schlecht gemacht werden“.
Die Frauenbeauftragte der Diözese Linz, Mag. Irmgard Lehner, wies darauf hin, dass Frauen schon jetzt die Kirche wesentlich mittragen: in der Caritas, in den Pfarren und nicht zuletzt als die Mehrheit der Kirchenbesucher/innen. Daher sei für sie klar: „Wir brauchen in der Kirche auch Priesterinnen.“