Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind nicht rosig. Zwei Faktoren erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Ausbildung und berufliche Praxis.
„Wer heutzutage nicht online ist, steht schnell im beruflichen Abseits“, meint Jugend- und Bildungslandesrat Dr. Walter Aichinger. Wichtig erscheint seinem Ressort daher, Berufsschüler/innen während und neben ihrer Ausbildung den Zugang zum Internet zu erleichtern. Derzeit stehen, außer den Geräten für den Unterricht, den Berufsschülern 89 Arbeitsplätze in so genannten Internetcornern zu Verfügung. Um allen Berufsschülern in Pausen und Freistunden den Zugang zu ermöglichen ist ein flächendeckender Ausbau geplant. In der Berufsschule Rohrbach und der Berufsschule Vöcklabruck wurden beispielsweise mit Internetcafés bereits gut genutzte Zugangsmöglichkeiten geschaffen.Im ländlichen Raum ist vor allem eine zweifache Ausbildung gefragt: Zwar konnte das Bauernsterben der letzten Jahrzehnte weitestgehend eingebremst werden, doch sind zwei Drittel aller Höfe Nebenerwerbsbetriebe. Dies erfordert von jungen Hofübernehmern sowohl eine abgeschlossene landwirtschaftliche Fachausbildung (die Voraussetzung für EU-Förderungen ist) als auch eine berufliche Ausbildung für einen qualifizierten Arbeitsplatz in der gewerblichen Wirtschaft.
Ausbildungsmodell speziell für Nebenerwerbslandwirte
Um es den zukünftigen Nebenerwerbslandwirten zu ersparen, zeitintensiv zwei Ausbildungen hintereinander zu machen, schuf Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer in enger Zusammenarbeit das Schulmodell „LandWirtschaft“. Mit nur einem zusätzlichen Ausbildungsjahr ist es hier möglich, zwei Berufsausbildungen gleichsam parallel zu absolvieren. Rund 60 Berufe, vom Tischler bis zum Bürokaufmann, können in Verbindung mit einem Abschluss als Landwirtschaftlicher Facharbeiter erlernt werden. Das Modell läuft ab dem kommenden Schuljahr in den landwirtschaftlichen Fachschulen Freistadt und Schlierbach.
„Katalysator“ Startjobs
Neben der Ausbildung ist für junge Arbeitssuchende immer auch die berufliche Praxis von Vorteil. Deshalb bietet das Wirtschaftsreferat des Landes Oberösterreich heuer wieder die so genannten „Startjobs“ an. Für Arbeitssuchende zwischen 17 und 27, die drei Monate lang keinen Job gemäß ihrer Ausbildung gefunden haben, zahlt das Referat maximal ein Jahr zwei Drittel der Lohn- und Lohnnebenkosten bei Anstellung in einem Betrieb. Dieser Anreiz für die Betriebe schafft für die Arbeitnehmer/innen die Möglichkeit, berufliche Praxis zu sammeln. Vergangenes Jahr konnten 88 Einsteiger/innen damit gestützt werden. „Jeder einzelne Fall ist ein großer Erfolg. Unsere Aktion ist sozusagen ein Katalysator, der Arbeitgeber und junge Arbeitnehmer zusammenbringt“, erklärt Wirtschaftslandesrat Josef Fill. Er verweist auch auf die vielen neuen Lehrberufe, wie der Ökoenergieinstalleur – eine oberösterreichische Erfindung, die nach einer Probephase im Vorjahr nun offiziell anerkannt ist. 31 Lehrlinge lernen derzeit bereits in Oberösterreich in der Ökoenergie-Branche.