Seit mehr als drei Jahren können Peuerbacher mit Kabel-TV-Anschluss ausgewählte Messen ihrer Pfarre via Fernsehen mitverfolgen. Eine Standleitung in die Sakristei macht’s möglich.
„... und ich begrüße auch die Zuseher, die via Kabelfernsehen mit uns verbunden sind“, beendet Pfarrer Johann Padinger die Begrüßung am Anfang der Messe. Rund 900 Haushalte, die am Peuerbacher Kabelnetz angeschlossen sind, können bis zu zwanzigmal im Jahr, die Messe aus der Pfarrkirche live im Fernsehen mitverfolgen. „Besonders im Altenheim wird diese Möglichkeit gerne genutzt“, erzählt Pfarrer Padinger. Seit mehr als drei Jahren gibt es die Zusammenarbeit mit der Firma Tauschek, dem Kabelnetzbetreiber in Peuerbach. Am Anfang wurde die Messe noch aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet. Dann wurde eine Kamera installiert, die ein stehendes, fix eingestelltes Bild von der Messfeier übertragen hat. Mittlerweile ist die Pfarre jedoch bestens ausgerüstet: Eine ferngesteuerte, bewegliche Kamera ist an einer Säule im Kirchenraum installiert. Die moderne Technik macht’s möglich: Die Kamera ist klein genug, dass sie nicht das Ambiente des sakralen Raumes stört. Technisch ist sie jedoch so ausgereift, dass sie ein einwandfreies Bild liefert, schwenkbar ist und einen guten Zoombereich mit automatischer Schärfeeinstellung hat. Sämtliche Einrichtungen wurden vom Kabelbetreiber durchgeführt. Die Pfarre hat es nichts gekostet. „Im Pfarrgemeinderat wird beschlossen, welche Messen im Arbeitsjahr der Pfarre übertragen werden“, erzählt Gertraud Adelsgruber, die Koordinatorin der pfarrlichen Gruppe, welche die Übertragungen durchführt. Sie macht die Einteilung für die sechs Mitarbeiter/innen, die abwechselnd für die Regie zuständig sind. 18 bis 20 Messen sind es im Jahr. Mehr sollen es nicht sein. Denn es soll sich nicht der Effekt einstellen, dass die Menschen sich die Messe nur im Fernsehen ansehen und nicht zur Kirche kommen. Am vergangenen Sonntag wurde die Messe mit dem Chor des Piusheimes der Caritas in Peuerbach übertragen. Johann Padinger konzelebrierte mit Msgr. Josef Doppler, dem Seelsorger des Instituts St. Pius. Am Regieplatz in der Sakristei stand Gertraud Adelsgruber und legte einen Schalter um. Damit muss sich von Seiten des Kabelbetreibers keiner um die Übertragung kümmern: Die Pfarre steigt mit ihrer Übertragung direkt ins Programm ein. Wie bei jedem Sendebetrieb gab’s auch schon mal Hoppalas: ein Bild ohne Ton oder eine vollständig ausgefallene Übertragung – offenbar hatte die Kirchenmaus das Kabel angenagt. Am Ende der Messe verabschiedet sich Pfarrer Padinger: von den Messbesuchern in der Kirche und denen, die vor dem Bildschirm den Gottesdienst mitverfolgt haben. In die Sakristei zurückgekommen schmunzelt er: „Haben wir etwas überzogen? Macht nichts. Wir haben alle Freiheiten, so wie der Gottschalk.“