Den Begriff nicht zu kennen, ist keine Schande ...
Ausgabe: 2003/06, GATS,
04.02.2003
- Ernst Gansinger
Den Begriff nicht zu kennen, ist keine Schande. Allerdings ist es eine Schande für die Regierenden. Darüber sind sich die Aktivisten einig, die sich Aufklärung zum Thema GATS vorgenommen haben. Eine Aufklärung, die die Regierenden verabsäumt hätten. Der Vertrag werde geradezu im Geheimen vorwärts getrieben.
GATS soll ein internationales Vertragswerk werden, das einen freien Handel der Dienstleistungen, Gesundheit, Wasser, Bildung und Kultur regelt (die Kirchenzeitung berichtete darüber bereits).
Verschiedenste Organisationen bessern derzeit durch zahlreiche Informationsveranstaltungen aus, was die Politik versäumt hat. So wies der Schriftsteller und Vizepräsident des Europäischen Künstlerrates, Ludwig Laher, am 30. Jänner im AK-Jägermayrhof in Linz auf die Konsequenzen hin, die ein GATS-Abkommen auf die Kultur hätte: Das Kapital diktiert, den öffentlich rechtlichen Medien werde es unmöglich, den Kulturauftrag im Mindestmaß nachzukommen; regionale Färbung verschwinde, wie GATS auch für kleine Produktionen das Aus bedeuten würde.