Das Wandgemälde im Altarraum der neuen Kirche ist ein Werk von Pfarrer Christian Mayr (im Bild). Vor dem Theologiestudium absolvierte er die Ausbildung zum Kunsterzieher. Das Gemälde zeigt die Berufung von Petrus und Andreas am See Genesareth. Die braunen Grundfarben nehmen auf die trockene Landschaft um Barreiras Bezug.
„Eine Kirche gibt Hoffnung auf eine bessere Welt“, erklärt Christian Mayr die Bedeutung eines Kirchengebäudes für die Menschen in Brasilien. Der Linzer Diözesanpriester ist Pfarrer in der Diözese Barreiras.
Ob ausgesprochen oder unausgesprochen – Pfarrer Christian Mayr wird bei den Besuchen in seiner Heimat Oberösterreich häufig mit der Frage konfrontiert, warum Spendengelder auch für den Bau von Kirchen verwendet werden. „Wären sie nicht in Sozialprojekten besser angelegt?“ Für den aus Enns stammenden Priester, der in der brasilianischen Diözese Barreiras tätig ist, sind das keine Gegensätze: „Selbstverständlich kümmert sich die Diözese um Aidskranke, Wanderarbeiter, Gefangene und um Gesundheitsprogramme für Kinder. Aber die Leute haben auch die Sehnsucht nach einer eigenen Kirche. Das ist für sie ein Ort, der Identität schafft.“ So auch für die rund 10.000 Menschen, die sich der St.-Peters-Kirche in Barreiras zugehörig fühlen.
Weil das alte Kirchengebäude zu klein und äußerst baufällig war, wagten sie sich an einen Neubau. Dass sie so weit als technisch möglich die Maurerarbeiten übernahmen, war selbstverständlich. Doch trotz allem Bemühen brachten sie nur elf Prozent der Baukosten von 44.000 Euro auf. Die Diözese Barreiras schoss 16 Prozent zu und der große Rest kam aus Oberösterreich: von Mayrs Bekannten und Verwandten, von den beiden Ennser Pfarren, von Linz-St. Konrad, Kirchschlag (Kremsmünster), Wels-St. Stephan sowie Grieskirchen.
Die brasilianischen Politiker würden liebend gern Kirchen finanzieren, um bei den Wahlen Kapital daraus zu schlagen, so Pfarrer Mayr: „Aber das wollen wir nicht.“ Die Kirche versucht vielmehr die öffentliche Hand bei den Sozialprojekten in die Pflicht zu nehmen. Das sei Aufgabe der Politik und nicht, sich als Gönner aufzuspielen.
Am 25. Jänner 2003 wurde die Kirche Sao Pedro von Bischof Richard Weberberger geweiht. Eigentlich fand die Weihe bereits früher statt, betonte der Bischof:„ Weil die Menschen schon in der Kirche beteten, als kaum die Außenmauern standen. Nicht nur ein Bischof weiht ein Gotteshaus, auch die Gläubigen heiligen den Ort.“
Dass die Kirche am Weihetag zu klein wurde, war zu erwarten. Die mit 350 Sitzplätzen ausgestattete neue Kirche wird sicher bald regelmäßig aus den Nähten platzen, weiß Pfarrer Mayr aus Erfahrung: „Eine größere Kirche zieht einfach mehr Menschen an. Der Glaube ist hier in Brasilien ansteckend“. Darum wurden auch an den Außenmauern der Kirche Rampen errichtet. Von dort aus kann man – mit Blick durch die Fenster – am Gottesdienst teilnehmen.