Ausgabe: 2003/07, Puchkirchen am Trattberg, Liturgiekreis, Liturgie, Frank
11.02.2003
- Heinz Niederleitner
Pfarren ohne eigenen Priester müssen oft auf gewohnte Messtermine unter der Woche verzichten. Auch die Pfarre Puchkirchen am Trattberg wird seit einigen Jahren mitbetreut. Für manche Pfarrangehörige aber war die Abendmesse am Freitag um 19 Uhr ein wichtiger spiritueller Bestandteil im Laufe der Woche. Was konnte man also tun, um ihn nicht wegfallen zu lassen?
Keineswegs alle Gottesdienste benötigen einen Priester. Die Gläubigen können selbstverständlich am Tageszeitengebet der Kirche teilnehmen. Priester beten es nicht zuletzt auch für ihre Pfarrangehörigen. Das Zweite Vatikanische Konzil wollte die Katholiken wieder mehr zum Tageszeitengebet auffordern. Dies ist wenig aufgegriffen worden. Gerade für priesterlose Gemeinden aber stellt das Abendlob (die Vesper), das Teil des Tageszeitengebetes ist, ein interessantes spirituelles Angebot dar.
In Puchkirchen/T. wird das Abendlob meist von Verantwortlichen aus dem Liturgiekreis vorbereitet. Dafür gibt es auch eine Einteilung. Manchmal übernehmen andere pfarrliche Gruppen die Gestaltung. „Wichtig ist vor allem, dass es sich wirklich um ein Lob handelt“, erklärt Pfarrassistent Johannes Frank. Berufung oder die Schöpfung sind häufige Themen, aber auch aktuelles Weltgeschehen fließt ein: In Zeiten wie diesen ist es oft ein Gebet für den Frieden. Nicht zuletzt stellt das Abendlob eine Chance für die Ökumene und die Begegnung mit den evangelischen Christen der Gemeinde dar.