Linzer Theologiestudierende führten in St. Florian eine Befragung durch
Ausgabe: 2003/07, St. Florian, Thelogiestudierende, Befragung, Baumgartner, Pfleger, Waltl
11.02.2003
- Heinz Niederleitner
Für die Studierenden war sie Teil ihrer Ausbilung, für Pfarre und Gemeinde St. Florian eine Möglichkeit, in Fragen des Zusammenlebens in den wissenschaftlichen Spiegel zu blicken: die Gemeindeuntersuchung.
Der Saal ist voll: Verantwortliche von Pfarre und Gemeinde sind gekommen, aber auch viele Bürger/innen folgten der Einladung zum Präsentationsabend. Mit ihrer Anwesenheit dokumentieren die Florianer/innen ihr Interesse an den Ergebnissen der von den Studierenden der Katholisch-Theologischen Universität Linz (KTU) ausgeführten Analyse. Grundlage für die Präsentation sind 73 aktivierende Befragungen, die sie unter der Florianer Bevölkerung durchgeführt haben.
„Das Projekt hat einen doppelten Nutzen“, so Mag. Alois Giglleitner, der die Ausbildungsbegleitung für Theologiestudierende der Diözese Linz leitet. „Zum einen ist es Teil der Ausbildung bei den Studierenden, zum anderen bekommt die Pfarre eine professionelle Untersuchung zur Verfügung gestellt.“ Im Fall von St. Florian hat sich aber auch die Gemeinde angeschlossen. „Als ich von dem Projekt gehört habe, habe ich spontan zugesagt“, so Bürgermeister Robert Zeitlinger. Das Stift verfolgte das Projekt ebenfalls mit wohlwollendem Interesse.
Pfarrgemeinderat und Gemeinderat erarbeiteten zusammen mit den Projektleitern die Themengebiete, die sie interessierten. Nach einer ersten Phase Ende November, in der Kontakt aufgenommen und die Gemeinde St. Florian vorgestellt wurde, veranstalteten die 18 Theologiestudierenden Anfang vergangene Woche ihre Befragung unter der Leitung von Mag. Anna Pfleger und Mag. Franz Waltl.
73 Gespräche mit einer durchschnittlichen Dauer von einer Stunde führten die Studierenden durch. Die aktivierende Befragung versucht durch offene Fragen zu erkunden, was den Menschen auf dem Herzen liegt. „Oft meinten die Florianer/innen, dass sie selbst bei der Befragung profitiert haben“, resümiert die Studentin Katharina Steinbichl.
Letzten Donnerstag präsentierten die zukünftigen Theolog/innen die Ergebnisse ihrer Untersuchung der Florianer Öffentlichkeit: Vier Themenkomplexe nahmen sie besonders unter die Lupe: Kultur, Bildung, Freizeit; Image, Verkehr, Landwirtschaft; Werte, Jugend und Pfarre; Familie und Soziales. Dabei kamen zum Teil sehr konkrete Wünsche der Florianer/innen zu Tage: ein Bauernmarkt oder ein Bauernladen der Landwirte, ähnlich wie im benachbarten Hofkirchen beispielsweise. Pfarrer Rupert Baumgartner ist, so zeigt es die Untersuchung, allseits bekannt und beliebt – auch bei kirchenfernen Bürger/innen. Geäußert wurden Wünsche wie kürzere Gottesdienste im Winter, da es in der Kirche sehr kalt ist, oder flexiblere Begräbniszeiten, damit auch Arbeitende daran teilnehmen können. Das Chorherrenstift wird von den Florianer/innen als sehr prägend empfunden, vielen fällt es aber schwer, Stift und Pfarre auseinander zu halten.
Bei der anschließenden Diskussion wurden die Ergebnisse angeregt und konstruktiv von den Anwesenden besprochen. Pfarrer Baumgartner betonte zum Schluss, dass man das Resultat jetzt nicht schubladisieren dürfe. Insgesamt entstand der Eindruck, dass die sehr kreativ präsentierte Untersuchung der Studierenden bei den Anwesenden als ausgesprochen anregend und positiv aufgenommen wurde. In frühestens zwei Jahren wird die KTU eine weitere Befragung durchführen. Pfarren, die Interesse haben, sind herzlich eingeladen, sich zu melden!