Florianer Pfarren stellen sich auf veränderte Seelsorge-Bedingungen ein
Ausgabe: 2003/10, St. Peter, St. Florian, Neuwirth, Weichselbaumer, St. Florian, Pfarren, Zukunft
05.03.2003
- Matthäus Fellinger
Abt Wilhelm Neuwirth in St. Peter am Wimberg. Das Stift St. Florian bietet sich als geistiges Zentrum für seine Pfarren an.
Jeder zehnte Katholik in Oberösterreich lebt in einer Florianer Pfarre. Stift und Pfarren suchen nach gangbaren Wegen für die Zukunft.
Abt Wilhelm Neuwirth spricht von „dramatischen Umbrüchen“, die auf die Pfarren des Stiftes St. Florian zukommen. Mit gutem Grund: Bis zum Jahr 2010 wird sich die Zahl der im Amt befindlichen Seelsorger in Oberösterreich um ein Drittel reduzieren. Wie bei solchen veränderten Voraussetzungen Seelsorge trotzdem geschehen kann, ist ein Hauptthema kirchlicher Planung insgesamt.
Besonders deutlich bekommen die von den Florianer Chorherren betreuten Pfarren die Veränderungen zu spüren. Die 37 Konventangehörigen – Pensionisten eingerechnet – haben sich nicht nur um die Belange des Stiftes zu kümmern. 33 Pfarren bzw. Exposituren werden zwischen böhmischer Grenze und Salzkammergut von Florianern betreut.
15 der Florianer-Pfarren wollen sich in den kommenden beiden Jahren auf die Suche nach neuen Wegen für die Seelsorge machen. Abt Wilhelm Neuwirth hatte zusammen mit Sepp Weichselbaumer vom Referat Pfarrgemeinderäte für 25. Februar die Vertreter der Florianer Pfarren zu einem „Konzeptgespräch“ ins Stift geladen. Die Pfarren beweisen damit „Lebenswillen“, so sieht es Sepp Weichselbaumer. Auch wenn der Weg in die Zukunft noch unklar erscheint, so wollen sie ihn doch beginnen.
Jede einzelne dieser Pfarren wird sich dazu im Herbst 2003 oder Anfang 2004 für eine Klausur in das Stift St. Florian zurückziehen. Dazu wird das Gästehaus des Stiftes adaptiert. Es soll auch in Zukunft den Florianer Pfarren für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
Ziel der geplanten Klausurtagungen der Florianer-Pfarren: Es soll die Form gefunden werden, in der man die Seelsorge im Blick auf die nächsten zehn Jahre gestalten möchte. Sepp Weichselbaumer aus dem Referat Pfarrgemeinderäte und Mag. Brigitte Gruber- Aichberger – Leiterin der Abteilung Pastorale Dienste – werden die 15 Pfarren auf dem Weg ihrer Planung begleiten.
Ein Mindestmaß an pfarrlicher Leitung wird dabei in der Pfarre gegeben sein müssen, meint Sepp Weichselbaumer. Auch die kleinen Pfarren sollen erhalten bleiben, weiß man doch, dass gerade in kleinen Pfarren die Menschen überdurchschnittlich aktiv sind.
Es dürfen durchaus unübliche Wege beschritten werden – die freilich nicht im Widerspruch zum Kirchenrecht stehen können. Möglicherweise wird die Seelsorge in einem Teil der Pfarren verstärkt von Leitungsteams von ehrenamtlichen Laien zusammen mit den zuständigen Seelsorgern getragen werden.
Wichtig ist, „dass die Rede von Gott“ in den Pfarren lebendig bleibt, nennt Weichselbaumer ein Ziel der Überlegungen. Pfarren seien die „pastoralen Nahversorger“ für die Menschen. Was sie brauchen, wenn sie Gott suchen, Gemeinschaft erleben und gläubig leben wollen, das sollen sie in ihrer Pfarre auch finden.