Am 4. März vollendet Franziska Jägerstätter ihr 90. Lebensjahr
Ausgabe: 2003/10, Jägerstätter, Buch, Edition, St. Radegund
07.03.2003
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Das Leben des Franz und der Franziska Jägerstätter sind „wie ein Brief Gottes für die Welt“. So charakterisierte Bischof M. Aichern das Leben eines eindrucksvollen Ehepaares. Am 4. März beging Franziska Jägerstätter ihren Neunziger. Schon am Sonntag feierte St. Radegund mit vielen Gästen den Geburtstag. Besondere Überraschung: ein Buch für Franziska Jägerstätter.
„Meinem Herrn, meinem Gott ich vertrau“, mit diesem Lied eröffnete der Kirchenchor die Festmesse zum 90. Geburtstag von Franziska Jägerstätter.Das Eingangslied fasst wohl die Lebenseinstellung der Jubilarin zusammen. Die Pfarrkirche von St. Radegund war letzten Sonntag übervoll. „Friedensbischof“ Thomas Gumbleton – ein Jägerstätter-Verehrer – war aus den USA angereist. Bischof Maximilian Aichern stellte das Leben des Franz und der Franziska Jägerstätter in den Zusammenhang der Tageslesung, in der es hieß: „Ihr seid ein Brief Christi.“ Bei ihnen wäre der Brief Christi ganz angekommen. Ihr Leben selbst sei so zu einem Brief Christi geworden. Franziska Jägerstätter, war über die vielen Gratulationen an diesem Tag sichtlich gerührt. „Durch Ihr Leben tragen Sie zur Glaubwürdigkeit der Botschaft Ihres Mannes entscheidend bei“, meinte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Im Anschluss an die Messe gab es ein Familien- und Freundestreffen im Gasthaus. Dort wurde Franziska Jägerstätter auch für ihre vielen pfarrlichen Dienste gedankt, so überreichte ihr der Vorsitzende der diözesanen Mesnergemeinschaft Georg Windtner das Goldene Mesner-Ehrenabzeichnen. Bis ins Vorjahr hat die damals 89-Jährige ja den Mesnerdienst in der Pfarre geleistet.Bischof Aichern hatte der Jubilarin eine Kerze und eine Urkunde mit dem Bild Bischof Rudigiers überreicht. Er hoffe auf die baldige offizielle Anerkennung der Kirche, betonte Aichern im Bezug auf das laufende Seligsprechungsverfahren für den St. Radegunder Glaubens-Martyrer. Von der Pfarre bekam Franziska Jägerstätter 90 Rosen, jede mit einem persönlichen Wunsch versehen. Schließlich überreichten Dr. Erna Putz und Univ. Prof. Dr. Manfred Scheuer als Überraschung das neue Buch aus der Edition Kirchenzeitung: „Wir haben einander gestärkt“. 51 Menschen haben für dieses Buch Briefe an Franziska Jägerstätter geschrieben.
Briefe an Franziska Jägerstätter zum 90. Geburtstag
Die bemerkenswerte Persönlichkeit, Offenheit und ihr liebevoller Umgang mit den Mitmenschen kommen in den 59 Briefen, die zum 90. Geburtstag von Franziska Jägerstätter geschrieben wurden, zum Ausdruck. Ein interessantes Zeitdokument und ein eindrucksvolles Glaubenszeugnis über eine Frau, die trotz aller Lasten, die sie zu tragen hatte, Ja zum Leben sagt.
Erna Putz und Manfred Scheuer (Hg.), Wir haben einander gestärkt. Briefe an Franziska Jägerstätter zum 90. Geburtstag. 224 Seiten, Euro 13,–.