Rund 1.200 Organisten und Organistinnen spielen in Oberösterreichs Kirchen.
Ihre Instrumente erfordern enormes Fachwissen.Wussten Sie, dass die Orgel im Stift St. Florian nicht nur Anton Bruckners wegen eine Besonderheit darstellt? Sie ist eine der ganz wenigen „bleifreien“ Orgel. Ihre Metall-Pfeifen bestehen ganz aus Zinn – ein in früheren Jahren sehr kostbares Material. Ihr Schmelzpunkt liegt bei 196 Grad. Je mehr Blei eine Orgelpfeife enthält, desto niedriger ist der Schmelzpunkt. Dass muss ein Kirchenbesucher, der Freude am Orgelspiel hat, nicht wissen. Wer mit einem Lötkolben an eine Orgelreparatur herangeht, sollte solche Feinheiten beachten. In besonderer Weise achten die Orgelreferenten der einzelnen Diözesen darauf, dass mit den Orgeln sorgsam umgegangen wird.
Vom 6. bis 8. März trafen sich die österreichischen und slowenischen Orgelreferenten und -referentinnen zum ersten Aus- und Fortbildungslehrgang im Schloss Weinberg bei Kefermarkt.
Orgeln sind eine Anschaffung auf mindestes 100 Jahre. Eine gute und gut gewartete Orgel kann drei Jahrhunderte ihre Dienste verrichten. Daher sollten Entscheidungen einer Pfarre, was die Orgel betrifft, von diesem langfristigen Gedanken her getragen sein, meint Kursleiter Dr. Wolfgang Kreuzhuber, Domorganist in Linz. Von Rechtsfragen bis zur Frage des Denkmalschutzes müssen Orgelverantwortliche Bescheid wissen. Es beginnt schon mit der Frage, wie eine Orgel in der Architektur einer Kirche eingefügt werden soll. Die Pfarren sollten in den Fachleuten kompetente Berater finden.