Jetzt stell’ dir einmal vor: Im Grazer Stadtteil Puntigam gibt’s nicht nur die (welt-)bekannte Brauerei mit dem steirischen Panther im Logo, sondern auch die Landesnervenklinik. Wenige hundert Meter davon – Vorbestimmung quasi – liegt Simon Brenners Elternhaus. In seinem sechsten Fall kehrt der schrullige Ex-Polizist, Ex-Rettungsfahrer und Privatdetektiv Brenner an die Mur zurück. Back to the roots, sozusagen. Und es ist schon wieder was passiert. Und ob du es glaubst oder nicht: Eine Kugel ist passiert, in Brenners Kopf ist sie hineingekommen. Und da sich Brenner an die genauen Umstände, wie die Kugel in seinen Kopf gekommen ist, nicht mehr erinnern kann, ist der Leser stark auf Vermutungen angewiesen. Spannend quasi. Mit „Das ewige Leben“ gelang Wolf Haas nach dem eher schwachen „Wie die Tiere“ wieder ein gut gemachter, sprachlich wie immer interessanter Kriminalroman. Dass die Handlung in Graz kein Zufall ist, sondern speziell für Graz Kulturhauptstadt 2003 geschrieben wurde, tut dem Vergnügen keinen Abbruch. (Voraussichtlich im Herbst ermittelt Brenner alias Josef Hader in Salzburg – bei den Dreharbeiten zur Verfilmung von „Silentium!“) Die größte Überraschung wartet auf den Leser am Ende des Buches: Die Auflösung auf die Frage, wer immer so schön von Simon Brenner erzählt.
Wolf Haas: Das ewige Leben. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg. ISBN 3-455-02559-5. Preis: E 18,40. Ebenfalls erhältlich als Hörbuch (Mitschnitt einer Lesung des Autors): ISBN 3-455-30321-8, Preis: E 23,70.