Sieben Mal pro Tag kommen die sieben Mönche von Hohenfurth in der 52 Meter langen gotischen Hallenkirche zum Chorgebet: Eindrucksvoller könnte die kleine Gemein-schaft ihr Vertrauen in die Zukunft nicht ausdrücken.
Vor dem 2. Weltkrieg zählte das Stift Hohenfurth (Vyssi Brod) in Südböhmen 72 Mönche, als 1990 der tschechische Staat Teile der Klosteranlage wieder zurückerstattete, lebten noch zwei Patres der einst blühenden Gemeinschaft. Die beiden alten Männer wagten einen Neuanfang. Wenn auch nicht ohne Rückschläge ist es doch mit Hilfe der Ordensleitung in Rom und der österreichischen Zisterzienserabteien gelungen, das Kloster wieder zu beleben. Von den sieben Mönchen Hohenfurths sind vier jünger als dreißig Jahre, mit 44 Jahren gehört auch der Prior noch zur „jungen Generation“. Fr. Thaddäus ist einer der Jungen: Nach der Matura 1996 trat er in das Kloster ein. So faszinierend für ihn das Leben als Mönch ist, stellt er doch klar: „Es ist nicht leicht, den Weg für unsere Gemeinschaft zu finden.“ Seit 1990 sind 18 Leute eingetreten, fünf sind geblieben. Das Interesse am Kloster sei erfreulich, dennoch verlange der ständige Wechsel der kleinen Gemeinschaft viel ab, so Fr. Thaddäus. Auch wirtschaftlich wird der Mönchskommunität einiges abverlangt: Der Staat hat lediglich einen Teil der Klostergebäude – in desoltem Zustand – zurückgegeben, nicht aber die 4.500 Hektar Wald. Die Mönche kommen mit den Einnahmen aus den Klosterführungen und aus der Verpachtung eines Gebäudetrakts aber über die Runden. Bei Renovierungen greift ihnen auch ein Verein aus Oberösterreich unter die Arme. jw