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Ein Beruf hat Geburtstag

Heimhelfer/innen helfen zur Selbsthilfe, zum Beispiel im Haushalt
Ausgabe: 2003/26, Geburtstag, Haushalt, Landesrat, Hochgerner, Mair, Brindl
24.06.2003
- Ernst Gansinger
Heimhelfer/innen sind eine junge Berufsgruppe. Ihr Einsatz in der mobilen Hilfe ermöglicht es alten Menschen, ein Leben zu Hause fortzuführen.

Vor einem Jahr, am 1. Juli 2002, trat das OÖ. Altenfachbetreuungs- und Heimhilfegesetz in Kraft. Es regelt u. a., was Altenfachbetreuer/innen und Heimhelfer/innen tun dürfen. Während die Altenfachbetreuer/ innen Spezialisten der Pflege sind, ist es Aufgabe der Heimhelfer/innen Menschen bei der Haushaltsführung und Körperpflege zu unterstützen und deren Selbstständigkeit zu fördern.

Unbegründete Sorge

Heimhelfer/innen (HH) haben eine 400-stündige Ausbildung zu absolvieren. Altenfachbetreuer/ innen (AFB) müssen 2.400 Stunden die Schule besuchen. Die Entlohnung bei Vollarbeitszeit unterscheidet sich um etwa 10 bis 15 Prozent. So beträgt das Anfangsgehalt bei der Caritas für AFB E 1.398,– und für HH E 1.265,– . Altenfachbetreuer/innen sorgen sich deshalb, dass ihnen die billigeren Heimhelfer/innen Arbeiten „wegschnappen“ könnten. Diese Sorge kennt Dr. Christian Neubauer von der Altenfachschule des Landes Oberösterreich. Die Angst sei aber unbegründet, sagt er. Bei Einführung eines neuen Berufsbildes komme es immer wieder zu solchen Territorialängsten.Die Sorge ist unbegründet, das sagen alle befragten Personen, die Verantwortung im Bereich der Ausbildung bzw. des Einsatzes von Altenfachbetreuer/innen und Heimhelfer/ innen tragen. Auch Dir. Agnes Hochgerner, Herbert Brindl und Josefine Mair von der Caritas (siehe Randspalte).

Entlastung

Brigitte Martin vom Büro Landesrat Ackerl bewertet den neuen Beruf der Heimhelfer/innen als Entlastung für die Altenfachbetreuer/innen, die nun verstärkt zu ihrer Qualifikation entsprechenden Arbeiten Zeit haben. Angesichts des Mangels an Fachpersonal bestehe schon gar kein Grund zur Sorge. Zudem werde auch die Einhaltung eines Erlasses der Sozialabteilung vom 3. März des heurigen Jahres geprüft: Heimhelfer/innen dürfen nicht zu Lasten der Altenfachbetreuer/innen eingestellt werden.“Seit 1996 hat sich der Bedarf an Altenfachbetreuer/innen in den Heimen auf über 2.200 Personaleinheiten (=Vollarbeitsplätze) verdoppelt. In der Mobilen Hilfe wird ein Schlüssel von 1:2:1 angestrebt: Auf je eine/n diplomierte/n Pfleger/in und Heimhelfer /in sollen zwei Altenfachbetreuer/innen kommen. angestrebt. Entsprechende Richtlinien des Landes sind zwar noch ausständig. Das führe dazu, dass etliche Sozialhilfeverbände sehr zögerlich Heimhelfer/innen anstellen.

Arbeiten im Team

Die Altenfachschule des Landes Oberösterreich hat bisher 133 Heimhelfer/innen ausgebildet. Etliche sind noch nicht in ihrem Beruf tätig. Die Caritas hat derzeit zwei Heimhelfer/innen angestellt – im Bezirk Gmunden. In Ried/I, wo man auf Ausbildungsangebote des BFI (Ried und Wels) zurückgreifen kann, hat zum Beispiel die RIFA (Rieder Initiative für Arbeit) Heimhelferinnen beschäftigt. „Wenn die Heimhelfer/innen im Team mit den Altenfachbetreuer/innen eingebunden sind, funktioniert die Aufgabenteilung bestens und korrekt“, sagt Magdalena Holzleitner. Sie ist zuständig für die mobilen Dienste der RIFA.




Verdienste


Zur Sache

Die Berufsaussichten der Heimhelfer/innen schätzen sowohl die Direktorin der Linzer Caritas-Fachschule für Sozialberufe, Dr. Agnes Hochgerner, sowie die Bereichsleiter Herbert Brindl und Josefine Mair von der Caritas für Betreuung und Pflege sehr gut ein. Das Gesetz definiert die Kompetenzen klar. Es liege an den Dienstgebern, sagt Josefine Mair, dafür Sorge zu tragen, dass das auch eingehalten wird. Agnes Hochgerner hat mit dem neuen Beruf in Oberösterreich nicht nur Freude. Sie weist auf Wien hin. Dort gibt es die Heimhilfe schon lange, aber keine Altenfachbetreuung. Heimhelfer/innen sind billiger und könnten verdrängen.Der nur knappe Unterschied in der Entlohnung (10 bis 15% mehr Gehalt für Altenfachbetreuer/innen) hat für Hochgerner den Grund darin, dass Sozialberufe insgesamt schlecht bezahlt sind. „Das hängt gewiss mit dem hohen Frauenanteil zusammen.“ Herbert Brindl hört dagegen von Politikern, Altenfachbetreuer/innen verdienten mehr als Volksschullehrerinnen.
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