Anthony Chebathini aus Indien hat in Linz Theologie studiert und in der Pfarre Steyregg gelebt. Nach seiner Rückkehr hat er eine Pfarre gegründet – und vieles aus Steyregg übernommen.
Motorradfahren verbindet. Mit Altbischof Zauner hatte Anthony Chebathini immer ein Gesprächsthema: ihre Maschinen. Bis 1991 hat der junge Priester aus Indien in Linz Theologie studiert und dabei fünf Jahre in der Pfarre Steyregg gelebt. Die Verbindung zur Diözese Linz ist auch zwölf Jahre nach Chebathinis Rückkehr in sein Heimatland nicht abgerissen. Ganz im Gegenteil: Aus Oberösterreich erhält er weiterhin Unterstützung für seine Arbeit in der Diözese Eluru.
Pfarr-Neugründung
Dort, im Südosten Indiens, hat ihm sein Bischof eine wichtige Aufgabe gegeben: aus dem Nichts eine Pfarre zu gründen. Wie in allen Teilen Indiens sind die Christen auch dort eine kleine Minderheit. „4.800 Katholiken leben in meinem Pfarrgebiet“, erzählt Chebathini. Als er die Pfarre 1992 gründete, waren es 800. Insgesamt leben in seinem Pfarrgebiet über 200.000 Menschen.Da es in Indien keine Schulpflicht gibt, ist der Analphabetismus ein großes Problem. Chebathini gründete also in seiner Pfarre St. Antonius eine Schule und schaffte mit Hilfe aus Oberösterreich auch einen Schulbus an. Für Mädchen, deren Ausbildung in Indien oft auf der Strecke bleibt, bietet die Schule einen Nähkurs an. Mit bestandenem Abschluss bekommen die Mädchen eine Nähmaschine, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Nicht nur materielle Hilfe
Doch es ist nicht allein materielle Unterstützung, die Anthony Chebathini aus Österreich erhält. Während seiner Zeit hier hat er vieles kennen gelernt, was er für seine Arbeit brauchen kann. Er hat Bauernhöfe besucht und mit den Landwirten gesprochen. In seiner Pfarre leben rund 80 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft. Besonders beeindruckt war Chebathini von der Sauberkeit auf österreichischen Höfen. In Indien hat er jetzt ein Musterdorf für Obdachlose errichtet. Zur Grundsteinlegung vor vier Jahren kam mit Stefanie Füreder und Regina Brandstötter auch Besuch aus Linz und Steyregg. Auch für das Pfarrleben im engeren Sinne hat Chebathini viel in Steyregg abgeschaut: vom Erntedankfest über die Maiandachten, die Jugendbetreuung bis hin zur Legion Mariens. Selbst die Institution des Pfarrgemeinderates hat er aus Österreich übernommen. „Alle diese Einrichtungen werden in der Pfarre gut angenommen“, erzählt er. Nach zwölf Jahren hat er kürzlich die Pfarre Steyregg wieder besucht und über die vielen Dinge berichtet, die er in dieser Zeit gemacht hat.
Zuversicht aus dem Glauben
Trotz der positiven Entwicklung ist Chebathinis Position nicht einfach: Nicht allein, dass er sich schwer tut, jeden Monat die Gehälter der Lehrer in der Schule zu bezahlen, wurde er jüngst von Unbekannten überfallen. Auf Unterstützung ist er auch weiterhin angewiesen. Trotzdem ist er ein zuversichtlicher Mensch: 13-mal hatte er für sein Musterdorf ohne Erfolg nach Wasser bohren lassen. Beim 14. Mal hat es geklappt. Mit Hilfe des Gebetes, ist Chebatini überzeugt.