Die große Enttäuschung der in zweiter Generation im Westen lebenden Menschen ist die Quelle des Terrorismus. Diese Ansicht vertrat die Botschafterin Polens in Österreich, Dr. Irena Lipowicz, bei einer von ORF, der Zeitschrift „Die Furche“ und den Männerorden am 28. November im Stift St. Florian veranstalteten Diskussion. Wenn die Menschen der zweiten Generationen nicht voll in die Gesellschaft integriert würden, gingen viele in den Untergrund, fürchtet Lipowicz. In der Osterweiterung der Europäischen Union sieht sie eine große Bereicherung. Allerdings ginge es dabei nicht vorwiegend um materielle Vorteile. In Polen beispielsweise wollten die Menschen gar nicht viel reicher werden. Entscheidender sei, wie glücklich sich Menschen in einem System fühlen könnten. Lipowicz kritisierte die westliche „Füllhorn-Gesellschaft“, in der ständig neue Bedürfnisse, die dann sofort wieder gestillt werden müssten, geweckt werden. Viel stärker müsse man über die gemeinsamen Fundamente Europas diskutieren.