Die neue oberösterreichische Landesregierung ist seit etwa sechs Wochen im Amt. Wir stellten den Regierungsmitgliedern drei gleichlautende Fragen. Ihre Antworten bringen wir ab dieser Nummer. Wir beginnen mit Landesrat Rudolf Anschober (Umweltressort).
Wenn Sie die Ausgangssituation heute betrachten: Wo sehen Sie in Ihrem Ressort / Ihren Ressorts die größte Herausforderung? Was soll 2009, am Ende der Legislaturperiode am deutlichsten anders / besser sein?
Anschober: Die größte Herausforderung liegt in der Arbeit in diesem neuen Umweltressort selbst, denn durch die Zusammenlegung von Umwelt-Kernkompetenzen wird es möglich sein, Maßnahmen zu setzen, welche die Lebensqualität in Oberösterreich deutlich verbessern.
In sechs Jahren sollen die Auswirkungen des umweltpolitischen Neustarts deutlich spürbar sein – dabei denke ich etwa an eine deutliche Erhöhung des Ökostromanteils, die Forcierung der biologischen Landwirtschaft und den verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und unserer Umwelt. All dies soll die Erreichung der Kyoto-Klimaschutzziele doch noch ermöglichen.
Bei welchen Aufgaben Ihres Ressorts sehen Sie besondere Berührungsflächen zur Kirche?
Anschober: Beim Schutz der Umwelt, wie etwa dem schonenden Umgang mit Ressourcen, dem Einsatz erneuerbarer Energieformen und dem Widerstand gegen die Atomgefahr. Durch die Einsetzung von Umweltbeauftragten in den Pfarren und die geplante Energiebuchhaltung der oö. Kirche sind überdies inhaltliche Berührungspunkte gegeben.
Wo wünschen Sie sich ein kritisch-waches Engagement gerade auch von Christen?
Anschober: Im gesamten Sozialbereich ist es besonders wichtig, dass verschiedenste Organisationen, darunter natürlich die Kirche, als kritisches Gewissen auftreten und auf Mängel hinweisen, Vorschläge für Verbesserungen machen und in beratender Funktion mitarbeiten. Die Sozialverträglichkeitsprüfung ist ein sehr wichtiges Instrument, um das gewachsene Know-how von kirchlichen Organisationen zu nutzen.