„Beziehungen sind für mich wichtig.“ So bekannte der neue Innsbrucker Bischof Dr. Manfred Scheuer beim Empfang nach der feierlichen Bischofsweihe im Innsbrucker Dom. Bergsteigerfreundschaften, die sich aus Schulzeiten bis heute gehalten haben, meint er ebenso wie die Familienangehörigen, Franziska Jägerstätter ebenso wie Bischöfe oder Student/innen oder seinen theologischen Lehrer Gisbert Greshake.
Eine gespannte und doch fast heitere Atmosphäre war im Dom zu Innsbruck zu spüren, als am Sonntag, 14. Dezember der Weihegottesdienst im Innsbrucker Dom begann. Familienangehörige, Verwandte und Freunde aus Haibach waren in einem Bus angereist. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer war gekommen, auch Generalvikar Mag. Maximilian Mittendorfer und Priesterratssprecher Dr. Walter Wimmer mit einer Reihe weiterer Geistlicher. Die oberösterreichische Wurzel Dr. Scheuers kam ebenso in der Allerheiligenlitanei zum Ausdruck, als die Heiligen Florian und Severin angerufen wurden.
Bischof Maximilian Aichern hielt die Predigt in dem von Amtsvorgänger Dr. Alois Kothgasser geleiteten Weihegottesdienst. Menschen mit Behinderungen waren unter den Ministranten, eine blinde Frau las eine Lesung. „Dem Bischof obliegt es, Vertrauen zu stiften, zu Versöhnung, Solidarität und Frieden beizutragen“ sowie „für Freude trotz aller Bedrängnis zu sorgen“, betonte Bischof Aichern. Bischöfe seien Helfer und Diener der Freude, nicht Herren über den Glauben. „Wir kennen dich als offen und zurückhaltend, als bescheiden und konsensfähig, als aufmerksam beim Zuhören.“ So charakterisierte Aichern seinen neuen Amtsbruder. Schon vor der Weihe war Dr. Manfred Scheuer in Medien als „Hoffnungsträger der Kirche“ bezeichnet worden.Wenn es darum geht, Hoffnung zu den Menschen zu tragen und die im Glauben begründete Hoffnung weiterzutragen, dürfte sich Bischof Scheuer in der Tat als Hoffnungsträger verstehen. Ein positives Klima, vor allem für Kinder und Jugendliche zu schaffen, nannte er als eines seiner zentralen Anliegen.
Die Frage des Priesternachwuchses und die Sorge um kirchliche Berufe treffe den Lebensnerv unserer Ortskirche, betonte er ebenso. „Kirche lebt nicht von einem allgemeinen Kommando, sondern von Menschen, die dem Evangelium ihr Gesicht geben“, meinte Scheuer. Am Ende des Weihegottesdienstes gab es langen Applaus für den neuen Bischof.
Wörtlich
In einer Ansprache im Innsbrucker Kongresshaus plädierte Bischof Manfred Scheuer für ein gastfreundliches Tirol.
„... Unser Land lebt auch von der Gastfreundschaft. Gerade deswegen dürfen und müssen wir auch auf das eigene Selbstbewusstsein, auf den eigenen Lebensraum bedacht sein. Es braucht da keine Anbiederung. ... Sicher hat jede Generation das Recht, das bisher Bewährte schöpferisch fortzuschreiben und auch Neuland zu betreten. Das reine Vergessen der Tradition würde zu Entwurzelung, zu einer psychischen Heimat- und Obdachlosigkeit führen. Die Menschen, die hier Urlaub, das heißt die Ur-Erlaubnis des Lebens und Daseindürfens suchen, sollen auf aufrechte Tiroler mit einem Rückgrat treffen.“