Mit dem neuen Jahr 2004 beginnt die Pfarre Garsten ihr Jahrhundertprojekt: die Erneuerung der Kirche. Zum Jubiläum „900 Jahre Abt Berthold“ – im Jahr 2011 – werden die Arbeiten abgeschlossen sein.
Die Stiftskirche von Garsten ist ein barockes Juwel. Erbaut wurde das Gotteshaus von 1677 bis 1693. Für die Planung und Stuckarbeiten waren Künstler aus Italien verantwortlich – und anderem Mitglieder der Familie Carlone. Mit der Ausstattung der Kirche mit Fresken wurden die Brüder Grabenberger aus der Wachau beauftragt. Da die Stiftskirche von Grund auf neu gebaut wurde, beeindruckt sie besonders durch ihre Einheitlichkeit.
Die Arbeitsschritte
Das letzte Mal wurde die Kirche 1927 bis zu den Gesimsen ausgemalt, die Fresken wurden überhaupt noch nie behandelt. Nach der Erneuerung der Losensteinerkapelle, des Kirchendachs und der Sakristei steht nun eine Generalsanierung an.
Als erster Schritt wird die an die Kirchenfassade anschließende Pfarrhoffassade erneuert. Im Jahr 2005 folgt dann die Außenrenovierung der Kirche. 2007 beginnen die Arbeiten im Kirchenraum. Sie dauern bis 2010. Gleichzeitig wird auch eine neue Orgel gebaut. Eine Reparatur des bestehenden Instruments würde sich nicht mehr lohnen, so die Experten.
Projekt des Vertrauens
Die Kostenschätzung für die geplanten Arbeiten sind – wie zu erwarten – nicht gering: Voraussichtlich wird die Sanierung 2,86 Millionen Euro kosten, dazu kommen rund 700.000 Euro für die Orgel. Die Pfarre wird einen Betrag von einer Million Euro aufbringen müssen. „Ich vertraue auf die Leute. Ich spüre, dass für das Projekt ein großer Rückhalt in der Bevölkerung da ist. Die Leute sind stolz auf ihre Kirche“, sagt Mag. Stefan Grandy. Als Pfarrassistent gehört er dem Bauausschuss an, Pfarrmoderator Dr. Alfred Habichler hat das Orgelkomitee übernommen.
Das Land Oberösterreich wird sich mit einem Viertel an den gesamten Renovierungskosten beteiligen, die Gemeinde Garsten mit 15 Prozent. Für Bürgermeister Franz Steininger prägt der mächtige Kirchenbau die Identität der Gemeinde: „Das ehemalige historische Stiftsgebäude ist sowohl überlieferte Tradition als auch Bezugspunkt von Menschen der Gegenwart. Es ist ein kunsthistorischer Generationenvertrag, den wir zu erfüllen haben.“
Berthold-Jubiläum
Geht alles nach Plan, wird im Jahr 2011 gefeiert. Anlass ist ein Jubiläum um den ersten Abt des Benediktinerklosters Garsten: Der heilige Berthold wurde vom Stift Göttweig 1111 als Klostervorsteher geholt. Das Stift nahm unter seiner Leitung einen enormen geistlichen und wirtschaftlichen Aufschwung. Der Abt wurde bald als Heiliger verehrt.