Leiter des Kommunikationsbüros zieht Zwischenbilanz zur Kampagne
Ausgabe: 2003/52, Stell dir vor, Kaineder, Kommunikationsbüro, Werbung, Kampagne
24.12.2003
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
DCF 1.0
Mit der Kampagne „Stell dir vor– Kirche“ hat die Diözese Linz den Versuch gestartet, die Kirche wieder mehr ins Bewusstsein der kirchenfernen Katholiken zu bringen. Mag. Ferdinand Kaineder (re.) vom Kommunikationsbüro der Diözese leitet das Projekt. Im Interview zieht er Bilanz und gibt eine Vorschau auf die zweite Welle der Kampagne.
Mag. Ferdinand Kaineder ist Leiter des diözesanen Kommunikationsbüros. Für Frühjahr 2004 bereitet er die zweite Welle der „Stell dir vor – Kirche“-Kampagne vor.Wie sieht Ihr Resümee zur ersten Welle der Kampagne aus?
Kaineder: Grundsätzlich positiv bis sehr positiv. Zum einen, weil sich rund 250 Pfarren beteiligen und Material bestellt haben. Auch die Plakate, die Kirche im öffentlichen Raum präsentieren, werden gut angenommen. Zweitens zeigen Rückmeldungen, dass die Inserate in den Zeitungen ankommen. Auch die Zugriffe auf die diözesane Homepage sind hinaufgeschnellt: von 850.000 auf 1,9 Mio pro Monat. Kirchenferne wurden also durch die Kampagne aufmerksam gemacht und haben dann auf der Homepage vorbeigeschaut.
Wie kann man den Erfolg der Kampagne messen?
Neben den Webzugriffen sind zum Beispiel auch die Antwortkarten der Leporellos sehr zahlreich zurückgeschickt worden. In der Mitte der zweiten Welle im kommenden Frühjahr werden wir dann mit einer Umfrage die Bekanntheit und den Erfolg der Kampagne in Oberösterreich messen lassen.Es hat aber von Menschen aus der Kernschicht der Kirche auch Kritik an der Kampagne gegeben.
Generell war die Kritik zwar heftig, insgesamt ist aber wenig Kritik gekommen. Ein Punkt war, wir hätten den Glauben und das Evangelium direkter auf den Plakaten präsentieren sollen statt über die kirchlichen Mitarbeiter/innen. Den Wunsch verstehe ich gut. Die Zielgruppe waren aber kirchenferne Katholiken: Das Evangelium muss hier – und diese Meinung teilen auch Theologen – immer im Zusammenhang mit Personen gesehen werden. Der Weg des Evangeliums ist der Weg der Menschen. Wenn die Menschen in den Pfarren vorbeischauen, treffen sie ja zuerst einmal die dort aktiven Personen. Die Kampagne soll letztlich nur ein Hinweis sein auf die Kirche.Ein anderer Kritikpunkt waren die Kosten: Von den oft genannten 200.000,– Euro haben wir einerseits nicht alles ausgeschöpft. Andererseits ist dies nicht alles zusätzliches Geld, sondern es sind auch Maßnahmen enthalten, die ohnehin stattfinden hätten müssen, wie die Informationsarbeit zum Kirchenbeitrag.Was gab den Anstoß zur zweiten Welle der Aktion?
Die Kampagne war immer für ein ganzes Jahr geplant. Im Herbst bis zum Nikolaustag war die erste Welle. Die Advent- und Weihnachtszeit ist ohnehin eine religiöse Zeit. Der Fasching ist keine kirchliche Zeit. Im Zeitraum der zweiten Welle, also April bis Juni liegen Ostern und Pfingsten ebenso wie die Erstkommunionen und Firmungen. Da haben wir nochmals die Gelegenheit, die kirchenfernen Katholiken verstärkt anzusprechen – wieder mit Plakaten. Am 6. Juni ist mit der Solidaritätsfahrt des Florianjahres ein wichtiger Höhepunkt: Da können wir die Kirchenfernen mit einem Kernthema der Kirche vertraut machen, mit der Solidarität.Mit welchem Hobby wären Sie auf einem Plakat zu sehen?
Mit Nordic-Walking-Stöcken: Ich laufe in der Freizeit und seit einem halben Jahr gehe ich Walken.