Erlös und Erlösung; Schuld und Schulden; Gläubiger und Glaube; Kredit und Credo. Erstaunliche Verwandtschaften zeigt die Sprache des Geldes mit der Sprache des Glaubens. Um ihre Angebote an Mann und Frau zu bringen, operiert die Werbung mit ursprünglich theologischen Begriffen – nur dass Geiz dann als geil gilt und nicht mehr als Todsünde, wie das kirchliche Sündenkataloge nahe legten. Auf das Empfinden Jugendlicher färbt der so entstandene Mix an Begrifflichkeiten ab. Deshalb befassten sich die Religionsprofessor/innen an Oberösterreichs höheren Schulen am 7. und 8. Jänner im Bildungshaus Puchberg mit den Konsequenzen des neuen Umgangs mit „Kredit und Credo“. „Was macht Werbung mit uns?“, fragt Mag. Franz Kepplinger vom Religonspädagogischen Institut, wenn etwa die neuzeitliche Adventbotschaft „B free for Christmas“ lautet? In den viel oder alles versprechenden Werbebotschaften nach dem zu fragen, was dort nicht gesagt oder verschwiegen wird, hält der Salzburger Theologe Dr. Alois Halbmayr in diesem Zusammenhang für wichtig. Es gehe darum, hinter die Dinge zu blicken und auch heute Götzenkritik zu betreiben. Religiöse Sprache wäre dann in die babylonische Gefangenschaft der Wirtschaft geraten, wenn sie das Jenseitige, „das, was wir auch anders machen könnten“, nicht mehr erkennt.