An die vierzig Frauen und Männer sind vergangenen Sonntag zum zweiten christlich-islamischen Begegnungsnachmittag in das Linzer Kulturzentrum Ursulinenhof gekommen. Zur Veranstaltung luden Dr. Karl Pree von der Fokolar-Bewegung und Zekeriya Eser. Mitveranstaltet wurde das Treffen auch von der Linzer Bezirksgruppe der Goldhauben-Frauen, die damit zeigten, dass die Pflege von Traditionen nicht die Öffnung zu anderen Kulturen ausschließt. Der muslimische Religionslehrer Nebi Uysal referierte über die „Die Liebe zum Bruder und zum Nächsten im Islam“. Er gab einen Einblick in die Gebote und Empfehlungen des Koran. „Ich fühlte mich in weiten Strecken an die Botschaft der Bergpredigt erinnert“, sagt Pree. Er verwies auch auf Chiara Lubich. Die Gründerin der Fokolar-Bewegung gehört zu den Pionier/innen des religionsverbindenden Gesprächs. Soll der interreligiöse Dialog Frucht bringen, sei das gegenseitige Wohlwollen Grundvoraussetzung: „Wenn wir uns füreinander öffnen in einem Dialog des Wohlwollens, der gegenseitigen Achtung, des Mitgefühls, öffnen wir uns auch für Gott und bewirken, dass Gott in unserer Mitte gegenwärtig ist. Und mit Gottes Gegenwart können echte Lösungen für die aktuellen Probleme gefunden werden.“ Da in allen Religionen der Gedanke der Einheit und der Liebe verwurzelt ist, besteht für Lubich auch keine Gefahr, die eigene Identität zu verlieren.