Neun von zehn Pfarren in OÖ informieren mit Hilfe von Pfarrblättern
Ausgabe: 2004/04, Kirchtürme, Schlager-Stemmer, Pfarrblätter, Service
20.01.2004
- Josef Wallner
Pfarrblätter gehören in der Diözese Linz zum Standard der Pfarren. In einer umfassenden Befragung wurde die „Verkündigung auf Papier“ unter die Lupe genommen. Im Folgenden die Ergebnisse.
„Die Pfarren haben den Willen, den Menschen, die in ihrem Gebiet wohnen, etwas mitzuteilen.“ So fasst Mag. Beate Schlager-Stemmer die erste flächendeckende Befragung aller Pfarren der Diözese zusammen. Für die Verantwortliche der pfarrlichen Öffentlichkeitsarbeit sind die Rückmeldungen Ansporn: „Die Pfarren gehen ganz selbstverständlich mit ihren Informationen und ihrer Botschaft an die Öffentlichkeit. Das macht sie offen für Unterstützung, es noch besser zu machen.“
Pfarrblatt als Service
Zusätzlich zu den 433 Pfarren, in denen Pfarrblätter geschrieben werden, werden in den übrigen 53 Pfarrgemeinden der Dözese Verkündblätter erstellt. (Zu „Pfarrblatt“ rechnet man alle Schriften, die mindestens vier Seiten umfassen. Ein gefaltete A-4-Seite zählt in der Erhebung als „Pfarrblatt“.) Die Hälfte dieser Verkündzettel kommt ebenfalls in die Haushalte. So bringen 96 Prozent der Pfarren ihre Pfarrblätter oder Verkündzettel direkt an die Haustür. Dabei vertrauen 43 Prozent ihre Zeitungen der Post an, in 47 Prozent der Fälle bringen sie Austräger/innen. Inhaltlich ist das Wort des Seel-sorgers/der Seelsorgerin ein fester Bestandteil in mehr als 80 Prozent der Pfarrblätter. Bei den Berichten aus der Pfarre freut Schlager-Stemmer, dass ein Großteil bereits mit Bildern illustriert sind. Zu viel Bescheidenheit ortet die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit im Einsatz von persönlichen Stellungnahmen aus den Pfarren. Statements von Menschen, die man kennt, erregen ungleich mehr Aufmerksamkeit als vorgefertigte Artikel aus Behelfen. „Gesichter und persönliche Meinungsäußerung schaffen Beziehung und nicht abstrakte Texte.“ Generell nimmt die Tendenz ab, das Pfarrblatt aus Behelfen und Schnipsel zusammenzustellen, zeigt die Erhebung. Schlager-Stemmer sieht vor allem das Bemühen, aus Pfarrblättern Pfarrzeitungen zu machen, als wichtigen nächsten Schritt. „Ein Pfarrmagazin steht mit den vielen Schriften, Schriftchen und Werbesendungen in Konkurrenz, die den Postkasten beinahe täglich überquellen lassen.“ Bei Menschen, die freundlich, aber aus der Ferne auf die Kirche schauen, wird mit einer regelmäßig erscheinenden Pfarrzeitung die Pfarre immer wieder ins Bewusstsein gerufen. Eine Pfarrzeitung könnte als „Wink des Kirchturms“ verstanden werden.