Bischof Maximilian Aichern unterzeichnete am 16. Jänner die parlamentarische Bürgerinitiative der Aktion Leben gegen Experimente mit dem Leben. Im Bild mit Aktion Leben OÖ-Vorsitzender Inge Fischer.
Unterschriftenlisten unter Tel. 0732/76 10-34 18.
Mit 92 zu 89 Stimmen hat das österreichische Parlament am 23. Jänner 1974 die Fristenregelung beschlossen. Bischof Maximilian Aichern nimmt dazu wie folgt Stellung:
„Vor 30 Jahren hat das Parlament die Abtreibung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten straffrei gestellt. Die hohe Zahl der Abtreibungen zeigt nach wie vor ein erschütterndes Bild. Seinerzeit versprochene flankierende Maßnahmen sind bis heute nicht eingelöst worden. Viele Frauen – oft in einer Notsituation – sehen in der Abtreibung den Ausweg aus einer nicht gewollten Schwangerschaft. Viele erfahren sich dabei gesellschaftlichem Druck oder auch dem Druck ihres Partners ausgesetzt.
Abtreibung ist jedoch keinesweg ein harmloses Mittel der Geburtenregelung. Die Kirche hat ihr Netz an Beratungsmöglichkeiten in diesen Jahren ausgebaut. Es genügt nicht, so wichtige Entscheidungen wie das Ja zum Kind nur dem persönlichen Gewissen der Menschen anzuvertrauen und sie dann damit allein zu lassen. Die Mitarbeiter/innen der kirchlichen Familien- und Lebensberatungsstellen, aber auch der Aktion Leben wissen vom psychischen Leid, das Frauen in solchen Entscheidungssituationen oft ganz allein zu tragen haben. Sie wissen auch von den psychischen Folgen, die sich oft Jahre später in die Seele der Menschen einbrennen. Eine Abtreibung kann nicht rückgängig gemacht werden. Trotzdem gilt auch diesen Frauen das heilende Versöhnungsangebot Christi. Ich lade ein und ermutige, das Gespräch mit den Seelsorgern zu suchen.
‚Menschliches Leben braucht Achtung, Geborgenheit und Fürsorge vom Beginn bis zu seinem Ende‘, heißt es in dem jüngst veröffentlichten gemeinsamen Sozialwort der 14 christlichen Kirchen in Österreich.
Mit der bloßen Straffreiheit sind für die Betroffenen keineswegs alle Probleme gelöst. 30 Jahre Fristenregelung sollen daher Anstoß sein für neue Bemühungen, ein lebensbejahendes Klima in Österreich zu fördern.“