Im bäuerlichen Kalender hat sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein das Fest Maria Lichtmess (2. Februar) seine besondere Bedeutung bewahrt: An jenem Tag konnten sich die Dienstboten, Knechte und Mägde, von den Bauern auszahlen lassen und die Arbeitsstelle wechseln. So war der Tag entweder vom Wechsel geprägt oder aber auch ein Tag der Koninuität: für jene Dienstboten, die beim selben Bauern bleiben wollten, zumindest für das kommende Jahr. Der Dienstherr konnte sie wieder aufnehmen und so das Dienstverhältnis erneuern.„Früher waren die Knechte und Mägde, die bleiben wollten, natürlich froh, wenn sie der Bauer wieder genommen hat. Bei der Kirche ist es heute genau anderes herum: Wir freuen uns über jeden, der engagiert in den Pfarren ehrenamtlich mitarbeitet“, sagt Pfarrer KonsR Dr. Alfons Illig aus Traun-Oedt-St. Josef. Er wird die Lektor/innen, Ministrant/innen, die Pfadfinderführer/innen, alle, die für die Kirchenreinigung und das Rasenmähen verantwortlich waren, und all die anderen, die in der Pfarre ehrenamtlich und zuverlässig ihre Dienste versehen, rund um Maria Lichtmess wieder bitten, der Pfarre treu zu bleiben und weiter am gemeinsamen Haus Kirche zu bauen. So wird die bäuerliche Tradition in der Pfarre fortgesetzt, aber mit anderem Vorzeichen, nämlich mit der Bitte um Mitarbeit.