Man soll den Gläubigen das Spenden so einfach wie möglich machen, dachte sich Pfarrer P. Josef Pichler. Die Raiffeisenlandesbank OÖ war von der Idee begeistert und entwickelte den Prototyp eines Opferstocks.
„Was ist, wenn nach der Einführung des Euro die Kirchenbesucher kaum Kleingeld eingesteckt haben?“ Dieser Gedanke ging P. Pichler bei den Diskussionen um die Währungsumstellung immer wieder durch den Kopf. Als Pfarrer der Wallfahrtskirche am Pöstlingberg ist er auf Spenden dringend angewiesen, um das Gotteshaus erhalten zu können. Es dauerte zwar noch, bis die Idee eines elektronischen Opferstocks in die Realität umgesetzt wurde, aber seit Advent ist es möglich. In der Basilika am Pöstlingberg befindet sich Österreichs erster und bisher einziger Klingelbeutel, der Bankomatkarte oder Master-Card-Kreditkarte akzeptiert. Das Gerät wurde eigens für die Kirche entwickelt. Ein Bildschirm führt den Gläubigen eindrucksvoll vor Augen, wofür sein Scherflein verwendet wird: um die Kosten der im Herbst 2003 abgeschlossenen Außenrenovierung zu bezahlen. Ein prächtiges Panoramabild vom Pöstlingberg, dem Wahrzeichen von Linz, gibt spendenbereiten Kirchenbesuchern nochmals einen leichten Stoß, um nicht nur den Fünf-Euro-Knopf zu betätigen, sondern etwas tiefer in die Tasten zu greifen. Das System ist ebenso einfach zu bedienen wie ein Bankomat. Sogar eine Quittung spuckt das Gerät aus. Da in der Winterzeit kaum Pilger in die Kirche kommen, kann Pfarrer Pichler noch keine Auskunft über den Erfolg geben. Darüber wird er erst im Frühsommer Bescheid wissen. „Es tröpfelt“, freut sich der Geistliche. Kirchenbesucher/innen, die ihre Bankomatkarte nicht eingesteckt haben, brauchen sich aber keinen Sorgen machen. Der gute alte kupferne Opferstock mit der Prägung „Vergelt’s Gott“ bleibt natürlich in Verwendung.