Die Pfarre Grünbach entwickelt sich gut – auch ohne eigenen Priester
Ausgabe: 2004/06, Grünbach, Kramar
03.02.2004
- Alois Wiesinger
Seit 1994 haben die Grünbacher/innen keinen eigenen Priester. Statt zu resignieren, haben sie die Situation als Chance genützt, gemeinsam neue Wege zu gehen.
Als im September 1994 der damalige Grünbacher Pfarrer starb, galt es für die Pfarre, sich mit einer völlig neuen Situation vertraut zu machen: kein Pfarrer im Ort. Mit einer gewissen Skepsis und Unsicherheit hat sich so mancher Pfarrbewohner damals seine Gedanken gemacht.
Dass eine funktionierende Pfarre aber nicht nur von einem Priester an deren Spitze abhängig ist, sondern von Menschen, die in Gruppen und Gremien mitarbeiten, darin sich und ihre Ideen einbringen, davon sind die Grünbacher heute überzeugt.
Seelsorglich wird Grünbach seit 1994 von Pfarrer Mag. Josef Kramar aus Windhaag bei Freistadt mitbetreut. Seit 2000 ist Peter Keplinger als Pastoralassistent tätig. Er ist zugleich die Person, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Durch die Unterstützung des Stiftes St. Florian, dem die beiden Pfarren inkorporiert sind, ist die seelsorgliche Betreuung garantiert.
Trotzdem mussten sich die Pfarren auf Änderungen einstellen: An Sonntagen wird jeweils ein Gottesdienst als Eucharistiefeier und einer als Wortgottesdienst gefeiert. Zweimal im Monat sowie an hohen Festen kommt Mag. Gernot Grammer vom Stift und zelebriert in einer der beiden Pfarren die Gottesdienste. Termine, bei denen ein Priester notwendig ist, gilt es in beiden Pfarren zu koordinieren. Durch die enge Zusammenarbeit ergeben sich aber auch Chancen: So erfolgt die Firmvorbereitung gemeinsam und jedes Jahr findet in einer der beiden Pfarren die Pfarrfirmung statt.
Ein lebendiges und buntes Pfarrleben ist durch die vielen aktiven Mitarbeiter gegeben. Peter Keplinger gelingt es immer wieder, Menschen für die Mitarbeit in der Pfarre zu gewinnen. Derzeit sind mehr als 170 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder in der Pfarre aktiv tätig. In den diversen Gruppen fühlen sich noch viel mehr Menschen beheimatet.
Als Dank für das aktive Mitgestalten der Pfarrgemeinde überreichte Keplinger zu Weihnachten an jeden Pfarr-Mitarbeiter einen extra angefertigten Regenschirm. Jeder Schirm ist bedruckt mit dem neuen Pfarrlogo und der Bibelstelle: „Die Hand unseres Gottes ist schützend über allen, die ihn suchen". Auch Bischof Maximilian Aichern konnte sich am vergangenen Wochenende beim Besuch in Grünbach von der Aktivität der Grünbacher ein Bild machen. Dass in Zukunft eine so gute und vielfältige Pfarrgemeinschaft bestehen möge, gab der Bischof den Grünbachern als Bitte mit.