Bild: Nora Dubyk (Mitte) kam für ein paar Tage nach Linz, links die deutsche Freiwillige Evelyn Zittlau, rechts Mag. Edith Bürgler-Scheubmayr, die Rumänien-Beauftragte der Caritas Linz.
Es hat jetzt minus 15 Grad im Winter in Petrosani, in den rumänischen Karpaten. Bittere Nächte sind das für die mindestens 40 Straßenkinder dieser Region. Unschätzbar ist da die Einladung der Caritas, ins Haus für Straßenkinder zu kommen.
Noch ist das Haus nicht fertig gestellt. Aber schon werden bis zu acht Kinder betreut. Wenn es dann dank der Mithilfe der Caritas Linz und der Caritas Trier fertig renoviert ist, wird es 18 bis 20 minderjährigen Kindern, die sonst auf der Straße leben und in Kanalschächten schlafen, Platz bieten. Zwei Sozialarbeiter und eine große Zahl ehrenamtlicher Helfer/innen werden sich um sie sorgen. Sie kümmern sich jetzt schon um sie und unterstützen Nora Dubyk, den 23-jährigen „Engel der Armen“ von Petrosani, wie die Kirchenzeitung im Juni 2003 geschrieben hat.
Eine der Freiwilligen ist die deutsche Evelyn Zittlau. Sie hat schon eindrückliche Erlebnisse gehabt, was es bedeutet, so ganz am Rand leben zu müssen: David, ein siebenjähriges Straßenkind, hat sie angespuckt, er war beleidigt, weil Evelyn mit ihm nicht spielte, wie er wollte. Tagelang blieb er fern. Die Kinder kennen keine Regeln. Wie sollen sie auch Regeln gelernt haben, wenn sich niemand um sie gekümmert hat? Offiziell verschweigt der Staat das Problem. Die Eltern, sofern die Kinder überhaupt noch Kontakt zu ihnen haben, benutzen sie, um an Geld zu kommen. Was kann man einem Kind noch sagen, das Lacke schnüffelt, um sich zu benebeln, um sich so kurz aus der Tristesse von Kälte und Aussichtslosigkeit zu reißen?
Es ist eine langwierige Arbeit, der sich einige Mitarbeiter/innen der Caritas von Petrosani verschrieben haben. Es ist noch dazu eine Arbeit, die viel Idealismus braucht, denn die Löhne in der Sozialarbeit sind schlecht bezahlt. Und es ist eine Arbeit, die sehr viel mehr Unterstützung bräuchte. Etwa von Psychologinnen und Psychologen. Aber das ist Zukunftsmusik. Aber vielleicht kann diese Zukunft schon früher, als erwartet, beginnen.
AKTION
OsthilfeDie Caritas der Diözese Linz führt alljährlich die „Osthilfesammlung“ zur Unterstützung ihrer Caritas-Partnerorganisationen in ehemaligen kommunistischen Ländern durch. Schwerpunkt der diesjährigen Sammlung im Februar sind die Straßenkinder. Das Vorjahrsergebnis betrug 240.000 Euro. Es werden Projekte in Rumänien, Weißrussland, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro und Sibirien unterstützt.
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