Am Valentinstag werden Blumen geschenkt, oft gedankenlos. Einen Denkanstoß gibt die Handlung eines Sandlers. Ein Sandler ist gestorben. Wenige Menschen gehen hinter dem Sarg. Auch sie sind gezeichnet vom Leben am Rand.Um die Gestaltung des Begräbnisses nehmen sich einige Menschen einer Linzer Pfarre an. Schon vorher kommt ein obdachloser Weggefährte des Verstorbenen in die Pfarrkanzlei und trägt eine Bitte vor: Er möchte seinem Freund Blumen aufs Grab legen, hat aber kein Geld dafür.
Die Pfarre hilft aus. Der obdachlose Mann kauft Blumen. Er, der wohl seit langer Zeit niemandem mehr Blumen gebracht hat, begleitet den Freund auf seinem letzten Weg mit Blumen in der Hand und legt das Bukett aufs Grab. Wann wird er das letzte Mal Blumen bekommen haben?„Brot und Rosen“ heißt ein Lied der Frauenrechtsbewegung. Es besingt den Einsatz für die materielle Grundabsicherung (Brot) wie auch dafür, Anteil an den Schönheiten des Lebens zu bekommen. Der Blumen-Abschied des Sandlers ist ein warmherziges Zeichen der Melancholie und gleichzeitig der Hoffnung: dass eine Teilhabe am schönen Leben möglich wird.