Zwei Teddybären auf einer Mülltonne. Drinnen haben sie nicht mehr Platz gehabt, weil es auch sonst von vielem zu vieles gibt. Also setzte man ihn oben drauf. Früher wären die Teddys da nicht lange sitzen geblieben, rasch hätte sie jemand mitgenommen. Wer einen Teddy besaß, war stolz darauf. Ein Gefährte für ein ganzes Kinderleben konnte er sein.
Heute gibt es zwar markant weniger Kinder, dafür aber ein Vielfaches mehr an Teddybären. Teddys zum Weltspartag, Teddys als Massengeschenk im Wahlkampf. Alles schon da gewesen!
Der Teddybär und seine Verwandten sind zur Massenware geworden – und haben damit ihre Einzigartigkeit verloren. Letztendlich bleibt doch nur der Dachboden – oder die Mülltonne – um der Invasion der Teddybären Herr zu werden. Am Volk der Teddybären werden die Grenzen des Glücks deutlich.Warum sollte man nicht, wenn man einen Teddy lieb gewonnen hat, die Freude noch steigern. Also wird ein zweiter, dritter … angeschafft. Doch am Ende steht in den allermeisten Fällen nicht die verdoppelte, verdreifachte Erfüllung, sondern die Achtlosigkeit, in ernsteren Fällen als bei Teddybären die Verachtung.
Einzigartigkeit ist mit Sparsamkeit, mit Wertschätzung eben des Einzelnen verbunden, selbst wenn dieses sich abnutzt und ein wenig unansehnlich wird. Wertvoll ist nicht die Zahl oder die Fülle. Wertvoll ist die Geschichte, die einen mit etwas – und jemanden – verbindet.