„Es hat sich mit der Zeit so ergeben: Ich habe Gedanken aufgeschrieben, um Probleme besser verarbeiten zu können. Daraus haben sich die Gedichte entwickelt.“ Doris Brodesser ist Schülerin für Kindergartenpädagogik. Die Freizeit der Mitterkirchnerin gehört jedoch der Lyrik. Gewalt, Krieg, Umwelt, Gesellschaft, Familie sind wichtige Themen in ihrem Schaffen. Auch ein Schein-Christsein gehört zu den Themen der jungen Dichterin: „Wie wär’s, wenn ihr einander Hilfe gebt / und euer Christsein endlich auslebt!“ heißt es in einem Gedicht. „Wenn die Gedanken einfließen, muss ich sie aufschreiben. Ich habe stets Stift und Zettel mit.“ So muss die Dichterin nicht wie Hamlet umsonst nach einem Schreibzeug rufenZu den Lieblingsdichtern von Doris Brodesser gehören Erich Fried und Hermann Hesse. Sie selbst hielt sich beim Schreiben lange Zeit an ein sehr strenges Reimschema. Erst in letzter Zeit schrieb sie Verse in freien Rhythmen und ohne Reime. „Es kommt sehr stark auf die Thematik an: Immer kann ich es nicht reimen, weil ich es dann nicht so ausdrücken kann, wie ich es meine.“Doris Brodesser hofft, bald ihren ersten Lyrikband veröffentlichen zu können. Man darf gespannt sein!
Tauche auf und hole Luft
Sich selbst belügen Gute Freunde betrügen Das Gewissen wird rügen.
Tauche auf und hole Luft Hörst du nicht das Leben ruft. Willst die Wahrheit nicht sehen Bei Konfrontation durchdrehen Eigene Gefühle nicht verstehen.
Tauche auf und hole Luft Erfahre den Lebensduft.
Nichts dagegen tun Das Innere kann nicht ruh’n Ängste sich auftun.
Tauche auf und hole Luft Verlass die finstere Gruft,
Du bist nicht mehr richtig Überspielst, machst alles nichtig. Was ist dir noch wichtig?
Tauche auf und hole Luft Mach was dein Herz zuruft.
Hol Luft und tauche auf Komm vom schwarzen Loch herauf Lass deinem Leben freien Lauf!