Das Leben von Martin Luther ist als aufwändiges Historiendrama in den Kinos angelaufen. Joseph Fiennes, bekannt für seine sanften Augen, spielt den Wittenberger Reformator.
„Ich fühle mich von Martin Luther angezogen“, gesteht Joseph Fiennes. Besonders, so der britische Schauspieler, „weil er als junger Mann ein Unschuldiger ist, der auf Grund einer Inspiration seine Bestimmung findet und das Unrecht auch beim Namen nennt – selbst gegenüber der mächtigen Kirche.“ Darum gelingt es Fiennes, dem Reformator, dessen Todestag sich am 18. Februar zum 458.
Mal jährt, ein menschliches Gesicht zu verleihen. Und nicht zuletzt spricht er junge Leute an – eine der Hauptabsichten, die der Kinofilm verfolgt: Die mittelalterliche Mönchskutte, unter der ihn die meisten vermuten, zu lüften, und den brillianten und leidenschaftlichen jungen Mann zu zeigen, der seinem Gewissen folgt und die Mächtigen der Welt herausfordert. 25 der 63 Lutherjahre stellt der 33-Jährige dar: vom Klostereintritt 1505 bis zum Reichstag in Augsburg, auf dem das erste Bekenntnis der Protestanten verlesen wird. Bereits mit seiner Titelrolle in „Shakespeare in Love“, die ihn 1998 international bekannt machte, hat Joseph Fiennes seinen zeitgemäßen Zugang zu historischen Stoffen bewiesen. „Ich habe versucht, Parallelen zwischen damals und heute zu ziehen.“ Das ist ihm gelungen: „Spannend und in einer Weise, die unter die Haut geht, werden die wesentlichen Anliegen der Reformation gezeigt“, sagte der evangelische Bischof Herwig Sturm nach der Österreich-Premiere von „Luther“.