Die Situation auf der Karibikinsel Haiti ist so typisch, wie sie ein Bilderbuch kaum besser zeigen kann. Wenn im ärmsten Land der westlichen Welt gezündelt wird, dann dauert es nicht lange, bis sich ein Brand entwickelt. Aus den „relativ“ friedlichen Protesten wird im Handumdrehen ein gewalttätiger Aufstand. Und die Weltgemeinschaft schaut gleichgültig zu, als sei sie von der Entwicklung völlig überrascht. Dabei gehört Chaos zur Politik. Und die internationale Untätigkeit verbessert die Chancen für die Profiteure der Krise: die Ex-Militärs, die für eine Vergangenheit in den 90ern stehen, die jedoch das haitiansche Volk mit Sicherheit nicht mehr interessiert.