Menschen, die schon aufgegeben haben, die schon abgeschrieben sind, eine neue Chance geben. Das will Barbara Reiterer mit dem ida-Projekt.
Vor knapp zwei Jahren hat Barbara Reiterer (42) in der Caritas Österreich die Leitung des Projektes ida (siehe auch „Thema“ Seite 11) übernommen. Das ist ein von der EU mitfinanziertes Programm zur Beschäftigung und Qualifizierung von Menschen, die lange arbeitslos sind. „Diese Arbeit hat mich gereizt, weil ich dabei meine Kenntnisse in der Wirtschaft und in der konkreten Sozialarbeit ideal verbinden konnte“, meint die Steirerin.
Nach Jobs in mehreren Banken hat Barbara Reiterer ein Betriebswirtschaftsstudium gemacht. „Neben wirtschaftlichen Themen haben mich damals zunehmend sozialpolitische Fragen interessiert – vor allem, wie Strukturen im Sinne einer gerechteren Welt verändert werden müssten. Das führte auch zur persönlichen Frage, was ich nach meinem Studium machen möchte“, erzählt Reiterer. Um vor einer Entscheidung die soziale Arbeit auch von der Praxis her kennenzulernen, begann sie in einem Obdachlosenprojekt der Caritas ehrenamtlich mitzuarbeiten. „Und ich war beeindruckt, mit welcher Wertschätzung hier doch sehr schwierige Menschen behandelt wurden.“
1991 stieg Reiterer in die damals noch junge Schuldnerberatung der Caritas Graz ein. Später wurde ihr die Leitung der Sozialberatung der Caritas übertragen. Dabei lernte sie in den Pfarren viele Ehrenamtliche kennen, für die Caritasarbeit Glaubenssache war. In dieser Zeit habe sie auch das sozialpolitische Engagement der Caritas Österreich schätzen gelernt. Deshalb sei ihr der Wechsel nach Wien nicht schwergefallen.