Seit Wochen nährt sich mühsam die Zuversicht, dass ein Friede im Sudan doch möglich sei. Aber die neuen Kämpfe im Westen zwischen Rebellen und islamischer Zentralregierung könnten nicht nur den keimenden Frieden im Süden gefährden. Sie verursachen ein unsagbares Flüchtlingselend, das international missachtet wird. Am Wochenende sollen zu den bereits über 100.000 Flüchtlingen im benachbarten Tschad weitere 25.000 hinzugekommen sein – nach tagelangem Fußmarsch durch eine Steppe, die mit Landminen zugepflastert ist. Laut Flüchtlingshilfswerk der UNO wurden schon über eine Million in die Flucht geschlagen. Und das UNHCR muss wieder betteln, um ihnen irgendwie das Überleben sichern zu können. Nur wenn einige Dutzend davon es schaffen, den Wehrgraben – das Mittelmeer – zu überqueren, dann wird die Aufregung groß sein – in Europa.