Roman Siebenrock ist Universitätsprofessor für Fundamentaltheologie. Und er hat eineninteressanten Zusatzjob: Erbetreut das Karl-Rahner-Archiv.
Das 50 m2 große Rahner-Archiv befindet sich in der Theologischen Fakultät Innsbruck. Nur zwei Minuten Gehzeit entfernt ist die Grabstätte des großen Theologen: in der Krypta der Jesuitenkirche. Im Archiv türmen sich die vollen Bücherregale bis hinauf zur Decke. Es beherbergt, was Rahner an wissenschaftlich Interessantem hinterlassen hat, als er vor 20 Jahren starb. Es umfasst, was Rahner veröffentlicht und auch nicht ver-öffentlicht hat: Bücher, Entwürfe, Skizzen, ausgearbeitete Vorträge, theologische Gutachten. Alles ist sauber geordnet. Rund 4000 Titel sind registriert. Dazu hat Rahner rund 70.000 Briefe hinterlassen.
Und dann stehen da noch eine Unzahl Übersetzungen von Rah-ners Werken und eine Fülle von Werken über Rahner. Sie werden ständig mehr. Mickrig im Vergleich dazu ist, was an persönlichen Erinnerungsstücken und Dokumenten Rahners vorhanden ist. Und dennoch: Alles ist wertvoll.Das ist das „Reich“ von Roman Siebenrock (47). Schon seit 1985 betreut er das Rahner-Archiv und wacht über diesen Schatz. Das Interesse an Rahner ist ungebrochen. Siebenrock erhält fast täglich Anfragen von Wissenschaftern und Studenten aus aller Welt. Er schätzt, dass der-zeit 20 bis 30 Doktorarbeiten über Rahner geschrieben werden.„Rahner war ein Arbeitstier.
Er war unheimlich gescheit. Und doch kannte er auch seine Grenzen.“ Siebenrock ist ein kritischer Bewunderer Rahners. Mit anderen arbeitet er an einer Gesamtausgabe der Werke Rahners. 12 Bände sind bisher erschienen. Rund 20 weitere sollen folgen.