Wer in der Nacht arbeitet, muss sich um sechzig Prozent mehr anstrengen, um zum gleichen Ergebnis zu kommen wie bei Arbeit am Tag. Die dadurch notwendigen längeren Regenerationszeiten sind in den meisten Schichtsystemen allerdings nicht möglich. Schichtarbeiter/innen sind für Krankheiten anfällig. Jedes Jahr geleistete Schichtarbeit verkürzt die Lebenserwartung um drei bis vier Monate. Sie beträgt bei Schichtarbeitern 63 Jahre. – Auf diese Auswirkungen der Schichtarbeit weist die Arbeiterkammer Oberösterreich hin.
Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer berichtet von einem positiven Beispiel. Betriebsrat und Geschäftsführung der Agrolinz, ein Betrieb, in dem 400 Arbeiter im vollkontinuierlichen Fünfschichtbetrieb arbeiten, haben seit 2001 ein neues Schichtsystem eingeführt. Statt 38 Stunden wird jetzt 34,5 Stunden pro Woche gearbeitet. Zwischen den einzelnen Schichtfolgen gibt es längere Ruhepausen. Die Arbeiter haben jedes zweite Wochenende frei. Die Kosten der Arbeitszeitverkürzung wurden 40:60 zwischen Arbeitnehmern und Unternehmen aufgeteilt.
Altenheime
Der Strategiewechsel „mobil vor stationär“ gelte weiterhin. Dies sagte Sozial- und Gemeinde-Landesrat Josef Ackerl bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wohnbau-Landesrat Hermann Kepplinger. Weil aber in den nächsten zehn bis fünfundzwanzig Jahren noch sehr viel mehr Menschen ein hohes Alter erreichen werden, werde die Zahl der Heimplätze auch zunehmen müssen. Derzeit gibt es in Oberösterreich 113 Alten- und Pflegeheime mit 11.800 Plätzen. Bis 2010 werden 14.500 Plätze notwendig sein, Kurzzeitpflege miteingerechnet. Eine Tempoverschärfung bei der Errichtung neuer Heimplätze sei notwendig. Die Vorgabe liegt bei 600 bis 800 neuen Plätzen pro Jahr.