Mit 11.600 Katholiken ist Gallneukirchen die größte Pfarre der Diözese
Ausgabe: 2004/11, Gallneukirchen, Diözese,
09.03.2004
- Heinz Niederleitner
Gallneukirchen kann auf ein enormes Potenzial pfarrlicher Mitarbeiter/innen zurückgreifen. Entsprechend lebendig ist die Pfarre.
Die letzte Kurve, schon liegt Gallneukirchen vor mir. Das dem heiligen Gallus geweihte Gotteshaus thront über den Häusern und bildet das Dach der Stadt.Die Pfarre Gallneukirchen ist das „Dach“ über rund 11.600 Katholiken. Würde man die Seelsorgestelle Treffling dazuzählen, wären es sogar 14.000. „Die Pfarre ist in den letzten 15 Jahren auf das Dreifache gewachsen“, erzählt Pfarrer MMag. Klaus Dopler. „Die Anzahl der Katholiken ist für die Pfarre an sich kein Problem.“ Vielmehr gehe es darum, sich auf die Verschiedenartigkeit der Menschen in Gallneukirchen einzustellen. „In der Pfarre leben zum einen jene, die schon immer hier gelebt haben. Dann gab es eine erste Siedlungswelle, vor allem von Menschen aus weiter nördlich gelegenen Regionen des Mühlviertels, die näher am Zentralraum wohnen wollten. In der zweiten Siedlungswelle zogen vor allem Linzer zu.“ Das ist kein Wunder, liegt Gallneukirchen doch nahe am Zentralraum und doch am Land. Die Herausforderung für die Pfarre besteht nun darin, all diese Menschen zu integrieren.
Das Angebot zur Mitarbeit in der Pfarre ist auch wirklich groß. Bei der Kirche stehen die Schaukästen der Pfarre: Jugend, Frauenbewegung, Bildungswerk – alles vorhanden.
Ungefähr 30 Arbeitskreise (Fachausschüsse) gibt es in Gallneukirchen: von der Öffentlichkeitsarbeit über Ehe und Familie zur Caritas. „Besonders viele Arbeitskreise beschäftigen sich mit Jugend und Kindern“, sagt Pfarrer Dopler, „wir haben daher einen übergreifenden Arbeitskreis gebildet, der diese Arbeit koordiniert. Auch die Pfadfinder sind darin vertreten.“ Zur Jugend gehören auch die rund sechzig Ministrant/innen der Pfarre.
Eine Pfarre – fünf Gemeinden
Diese haben vielleicht einen sehr weiten Weg zur Kirche, denn die Pfarre ist größer als die Stadt Gallneukirchen: „Zum Teil und zur Gänze liegt die Pfarre auf dem Gebiet von fünf Gemeinden und vielen Ortschaften. Sie ist sehr weitläufig“, sagt Dopler. Auch das gehört zu den Schwierigkeiten bei seiner pastoralen Arbeit. Unterstützt wird der Pfarrer, der in Treffling auch Pfarrmoderator ist, dabei von Kaplan Mag. Klemens Hofmann, den Pastoralassistenten Michael Griesbeck und Manuela Reindl, den Sekretärinnen Renate Dorninger und Renate Ossberger und vom ehrenamtlichen Diakon Friedrich Eder. Dazu kommt das Engagement der Laien: „Wir haben wirklich sehr gute Mitarbeiter in der Pfarre, welche die Arbeit sehr professionell machen“, sagt Dopler. Hierin mag ein Vorteil in der Anzahl der Katholiken liegen.
Der Größe entspricht auch der Kirchenbesuch: Zu den drei Messen am Vorabend und am Sonntag kommen rund 1.500 Gläubige. „Wir feiern aber täglich die Eucharistie“, betont Dopler. „Als ich nach Gallneukirchen kam, war ich vom regen Besuch der frühen Wochentagsmessen erstaunt.“
Um für die kommende Zeit vorzusorgen, hat Pfarrer Dopler ein Zukunftsprojekt ins Leben gerufen. Vergangenen Samstag fand die erste Klausur „Vision 2010“ statt. „Wir hatten immer zwei Kapläne. Was tun wir, wenn wir keinen mehr haben?“, war eine der Fragen. Auch die Veränderung der Bevölkerung (weniger Landwirtschaft) wurde besprochen. Wie die Pfarre 2010 wirklich aussehen wird, weiß keiner zu sagen. Aber sie zeigt Bereitschaft, der Zukunft mutig entgegenzugehen.